Langenthal
Mehrere Einsprachen gegen eine Schule mit religiösem Inhalt

In Langenthal gibt es Einsprachen gegen die Gründung einer Schule der Hare-Krishna-Bewegung. Nach Ablauf der Frist sind vier Einsprachen eingetroffen. Nun müssen Stadt und Bauherr Stellung nehmen.

Urs Byland
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Roberto (Rasananda) und Anita (Anandamayi) Arnoldi mit ihren Kindern.

Roberto (Rasananda) und Anita (Anandamayi) Arnoldi mit ihren Kindern.

hjs

Im Langenthaler Quartier Schoren, an der Dorfgasse 43, lebt im Gebäude des ehemaligen Restaurants Ochsen die Familie Arnoldi. Die Eltern sind Angehörige der hinduistischen Hare-Krishna-Bewegung und haben mit dem Haus, in dem sie seit 2008 leben, so einiges vor. Neben dem bestehenden Kindergarten will der ausgebildete Primarlehrer Roberto Arnoldi eine Schule einrichten. Diese soll sich am kantonalen Lehrplan orientieren. In Alltag würden aber auch Spiritualität und Religiosität eine Rolle spielen.

In einem Baugesuch haben die Arnoldis im letzten November zudem diverse Umnutzungen, Um- und Ausbauten publiziert. So die Umnutzung des ehemaligen Restaurants in eine 3-Zimmer-Wohnung, der Einbau einer Gewerbeküche und eines Dorfladens mit Take-away, das Betreiben eines Caterings oder das Einrichten eines Krishna-Tempels für das von Roberto Arnoldi geleitete Gaura Bhaktyoga Center. Einiges bestehe bereits, etwa der Krishna-Tempel, der seit 2008 in Betrieb ist. «Die Bauverwaltung sagte uns, wir müssten die Umnutzung nachträglich noch publizieren», erklärt Roberto Arnoldi. Einiges soll später realisiert werden. Aktuell liege der Fokus auf dem Errichten einer Schule.

Nach Ablauf der Frist sind vier Einsprachen eingetroffen, wie das Regierungsstatthalteramt Oberaargau auf Anfrage mitteilte. Zwei Einsprachen wurden von mehreren Personen unterzeichnet. Stadt und Arnoldis haben zwei Wochen Zeit, zu den Einsprachen Stellung zu nehmen. Anschliessend werden allfällige Einigungsgespräche anberaumt.

Zum Inhalt der Einsprachen erklärt Roberto Arnoldi: «Eine Einsprache betrifft die geplante Schule. Es wird befürchtet, dass das Aussengelände für die Schüler nicht ausreiche.» Diese Einsprache erfolge aber in Unkenntnis darüber, wie gross er die Schule plane. Roberto Arnoldi spricht von maximal 15 Schulkindern. «Das wird eine kleine Schule sein, die auch einen kleinen Pausenhof benötigt.» Er halte zusätzlich Ausschau nach einer Aussenfläche wie einem Garten, den er für die Aussenaktivitäten der Schule dazumieten könnte. Für das Turnen denkt er an eine Einmietung in öffentlichen Hallen oder an den Platz vor dem nahe gelegenen Kinderheim. «Natürlich in Absprache mit der Stadt.»

Das Bewilligungsverfahren für diese geplante Schule habe er aber noch nicht gestartet. «Mit dem Baugesuch ist nur die Absicht publiziert, die Räumlichkeiten für die Schule anzupassen. Die Bewilligung muss ich bei der Erziehungsdirektion einholen. Dort wird die angebotene Infrastruktur dann beurteilt.» Für den Kindergarten brauche er wiederum keine Bewilligung. Diese werde erst ab 2013 nötig. «Unser Kindergarten wird momentan regelmässig von drei Kindern besucht.» Thema sei auch das geplante Catering. «Es wird angeführt, unser Parkplatz würde für die diversen Nutzungen nicht ausreichen. Wir haben aber Berechnungen angestellt und festgestellt, dass wir genügend Parkplätze ausweisen.»

Eine weitere Einsprache betreffe bereits begonnene Arbeiten. «Das wurde von Anwohnern festgestellt, und das stimmt. Aber ich war mir teilweise nicht bewusst, dass ich für bestimmte Dinge eine Baubewilligung einholen sollte. So habe ich bereits einige Fenster gemacht», sagt Roberto Arnoldi.

Auch für den Betrieb des Krishna-Tempels habe er nun nachträglich ein Baugesuch eingereicht. «Ich wusste nicht, dass diese Umnutzung eines Saales bewilligungspflichtig ist.» Die Einsprachen seien Gradmesser für die Ängste von direkten Anwohnern der Dorfgasse 43 wegen zunehmenden Verkehrs. «Ich komme gerade von einem Gespräch mit einem Anwohner. Er ist nicht auf mich zugekommen, und ich habe vielleicht den Fehler gemacht, dass ich nicht vorgängig mit ihm gesprochen habe. Aber im Gespräch konnte ich die Zweifel ausräumen», so Arnoldi.