Familienpolitik
Massnahmenpaket: CVP will familienfreundlicheren Kanton Zürich

Nach dem Willen der CVP soll der Kanton Zürich für Familien attraktiver werden. Um dies zu erreichen, hat die Kantonsratsfraktion ein Massnahmenpaket mit unterschiedlichsten Vorstössen eingereicht.

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CVP möchte den Kanton Zürich familienfreundlichen haben.

CVP möchte den Kanton Zürich familienfreundlichen haben.

Keystone

Das Massnahmenpaket trägt den Titel «10x für die Familien von heute». Unter dem Begriff «Familie von heute» seien vielfältige familiäre Strukturen zu verstehen, sagte Parteipräsidentin Nicole Barandun am Mittwoch vor den Medien. Der CVP gehe es um «Familie in all ihren Ausprägungen über mindestens drei Generationen hinweg».

Die CVP fordert beispielsweise bessere Unterstützung für Erwachsene, die für ihre Kinder Verantwortung übernehmen oder die für ihre Eltern sorgen. Wer betagte Angehörige zuhause betreut, soll steuerlich entlastet werden.

Steuerlich begünstigt werden sollen auch all jene Personen, die sich in der Jugendförderung engagieren. Die Jugend selbst soll eine zukunftsorientierte Ausbildung mit einer Stärkung von Mathematik und Naturwissenschaften (MINT-Kompetenzen) erhalten. Zudem sollen weitere Mittelschulen gebaut werden.

Verbessert werden soll auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf - etwa mit Work-at-home-Modellen und die Konzentration von Arbeitsplätzen in verschiedenen Regionen des Kantons.

Analysen und Strategien gefordert

Nach Ansicht der CVP ist in Sachen Familienpolitik auch «eine Gesamtschau dringend notwendig». Deshalb fordert sie den Regierungsrat auf, in einer Studie die Situation der Familie von heute im Kanton Zürich aufzuzeigen.

Die CVP erhofft sich davon einen differenzierten Blick auf die Situation der Familien, auf deren besonderen Bedürfnisse und auf deren positiven Effekte auf die Zukunftsfähigkeit des Kantons Zürich.

Zudem soll die Studie aufzeigen, welche kantonalen und kommunalen Stellen sich mit Familienanliegen befassen, ob sie ihre Dienste effektiv erbringen und ob sich mit einer Zusammenfassung zu einer «Anlaufstelle für Familienfragen» Synergien nutzen liessen.

Wichtige Aufschlüsse erhofft sich die CVP auch von einem weiteren Bericht unter dem Titel «Kantonale Strategie zum Thema Behinderung - Alter - Pflege».

Die längere Lebenserwartung von Behinderten habe komplexe Folgen, sagte Kantonsrat Lorenz Schmid. «Die offenen Fragen müssen in Angriff genommen und die Angebote auf die neuen Bedürfnisse ausgerichtet werden», sagte Schmid weiter.

Gesellschaftspolitische Veränderungen aufnehmen

Mit dem Massnahmenpaket wolle die CVP besondere familienpolitische Akzente setzen, das Thema auf der politischen Agenda prominenter platzieren und die anderen Parteien zu Stellungnahmen zwingen, sagte Fraktionspräsident Philipp Kutter vor den Medien.

Völlig neu seien familienpolitische Themen in der CVP ja nicht, aber der rollende Prozess müsse hin und wieder hinterfragt und gesellschaftspolitische Veränderungen aufgenommen werden.