Madiswil
Markus Bracher ist das Opfer der Fusion

Eine Fusion lässt nicht nur Gewinner zurück. Der Madiswiler Gemeinderat Markus Bracher muss sein Amt auf die nächste Legislation aufgeben. Die SP kämpft sich nach vier Jahren Absenz wieder zurück in den Rat.

Jürg Rettenmund
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Der neue Gemeinderat der fusionierten Gemeinde ist gewählt

Der neue Gemeinderat der fusionierten Gemeinde ist gewählt

Solothurner Zeitung

Müssen Gemeinden fusionieren, wird gerne beschworen, dass der Zusammenschluss zu einer Win-win-Situation führt, also beide Seiten zu Gewinnern gemacht werden. Dass eine Fusion jedoch auch Verlierer zurücklässt, musste nun Markus Bracher, Gemeinderat der Freien Wähler in Madiswil, am eigenen Leib erfahren: Weil die beiden Anschlussgemeinden im neuen Madiswiler Gemeinderat Anspruch auf je einen Sitz haben, musste er der Leimiswiler Gemeinderätin Annemarie Käser den Vortritt lassen und wurde abgewählt, obschon er 100 Stimmen mehr erhielt als sie.

Hoch gepokert

«Wir wussten, dass wir mit mir und Annemarie Käser hoch pokerten, erklärt der Abgewählte, doch die Hoffnungen gingen nicht auf: Die Freien Wähler steigerten ihren Wähleranteil zwar von 22,0 auf 25,7 Prozent, von einem zweiten Sitzgewinn blieben sie damit aber weit entfernt.

Nicht als Verlierer der Fusion, dafür als verhinderter Sieger steht SVP-Präsident Ernst Rolli da. Seine Partei musste einen Sitz abgeben, weil sie rund 10 Prozent Wähleranteil einbüsste. Ernst Rolli erreichte zwar den dritten Platz auf der SVP-Liste, musste aber dem Kleindietwiler Gemeindepräsidenten Beat Fuhrer den Vortritt lassen. Auch Christine Brügger erzielte auf der SVP-Liste mehr Stimmen als Fuhrer. Rolli wollte ob diesem Resultat allerdings nicht Trübsal blasen. «Das Resultat entspricht unseren Erwartungen, so ist der Lauf der Dinge.»

SP ist zurück im Gemeinderat

Ihren Platz im Gemeinderat zurückerkämpft hat sich die SP, die vor vier Jahren Opfer der Ratsverkleinerung von neun auf sieben Sitzen wurde. Sie konnte ihren Stimmenanteil von 8,0 auf 14,9 Prozent steigern, was für den dritten Platz und sogar zu einem Vollmandat reichte. Mehr als zufrieden mit dem Resultat zeigte sich entsprechend Sektionspräsidentin Maja Eigenmann Fisch.

Ebenfalls leicht von 13,0 auf 14,1 Prozent steigern konnte sich die FDP. Das reichte nicht ganz für ein Vollmandat, aber doch für die Verteidigung des Sitzes von Käthy Rytz. Sektionspräsident Andreas Oehler schreibt denn auch ihrer Leistung vor allem den gehaltenen Sitz zu, kämpfe die FDP doch ohne derart lokal verwurzelte Kandidierende mit Gegenwind.

Frauen sind die Sieger

Zu den Siegern im Madiswiler Gemeinderat gehören die Frauen: Zusammen mit der bereits still gewählten Gemeindepräsidentin Vreni Flückiger haben sie neu die Mehrheit. Gegenüber vor vier Jahren stark zurückgegangen ist die Stimmbeteiligung: von 50,3 auf 35,7 Prozent.