Stadtbummel
Lochen abseits der Hunds-Verlochete

Das Sommerloch. Gibt es das überhaupt? Und wenn – wo findet es sich in Solothurn? Wir machen uns auf die Suche.

Wolfgang Wagmann
Wolfgang Wagmann
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Auf Spurensuche in der Altstadt.

Auf Spurensuche in der Altstadt.

archiv/Simon Dietiker

Das Sommerloch. Gibt es das überhaupt? Und wenn – wo findet es sich in Solothurn? Wir machen uns auf die Suche. Irgendwo muss es ja sein, das berühmte Loch, das sich jeden Sommer auftut, und dann gefühlte elf Monate nirgends mehr zu finden ist.Der sicherste Tipp für eine erfolgreiche Spurensuche - die Vorstadt. Tatsächlich: So sicher wie das Amen in der Kirche finden wir eine ganze Reihe von Sommerlöchern. Wieder muss Bordogna Sport mit Absperrungen und Gräben vor der Ladentür leben, die sich bis weit in die Niklaus-Konrad-Strasse ziehen. Die arme Vorstadt. Sollte die Stadt sich einmal ernsthaft Gedanken über die Förderung von Wirtschaft und Gewerbe südlich der Aare machen, so hilft wahrscheinlich nur eins: ein mehrjähriges Loch-Moratorium. Keine Löcher stopfen jene in den Geschäftskassen am besten.

Das schwarze Loch. Gibt es. In der «TheaTeergasse». Es ist zwar gleich gross geblieben, aber noch schwärzer geworden. In 1000 oder vielleicht 2000 Jahren werden Archäologen rätseln: Sind den alten Solothurnern zu Beginn des zweiten Jahrtausends plötzlich die Pflastersteine ausgegangen? War es wegen des starken Frankens? Wurde der Import-Teer deswegen so billig, dass das steinreiche Solothurn nur noch diesen Belag wollte? Gab es damals eine schwarze Stadtregierung, die sich ein Denkmal setzen wollte?. Sie werden rätseln, die Archäologen. Aufs Stadtbauamt kommt niemand.

Das Unloch. Nennen wir es kurz «Nnvp». Oder lang «Nicht nachvollziehbare Parklücke». Die gibt’s und sie ist besonders im Sommer ein langgestrecktes Sommerloch. Wir reden vom Schattenstreifen unter der Westumfahrungsbrücke. Die auch bei Grossansturm auf Badi und Aare eisern abgesperrt bleibt. Nur überwacht, wie bei Kofmehl-Konzerten, würde der Kanton die «terra non parka» freigeben. Wir fragen uns: Wieso können nicht zwei Studenten oder Verkehrskadetten die Zu- und Wegfahrt für einen Fünfliber wenigstens an heissen Wochenenden regeln? Kostenneutral wärs mindestens, und junge Leute, die so ihr Sommerloch etwas reduzieren könnten gäbe es wohl genug.

Das Märetloch. Das schlimmste von allen. Denn es ist kein Sommerloch. Wäre das schön, wenn wir nach den Ferien wieder Martignanos Fsche, Ruedi Odermatts Rindshack oder Zuchetti, Tomaten und Lauchstangen bei Hanni und Walti Marti kaufen könnten. Doch sie haben dem Märet Adieu sagen müssen, und dabei wird es auch bleiben. Diese Löcher sind nicht zu stopfen, und sie tun weh. Auch im Frühling, Herbst und Winter. Besonders aber auch im Sommer.

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