Medien
Linke Zürcher Zeitung «P.S.» soll «sexy» und zukunftstauglich werden

Die SP-Gemeinderätin Min Li Marti übernimmt Anfang Februar 2015 das Ruder von Koni Loepfe, dem «Vater» des «P.S.», der sich mit 67 Jahren auf journalistische Beiträge beschränken will.

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Min Li Marti: In einem ersten Schritt will sie die Zeitung optisch, aber auch inhaltlich erneuern.

Min Li Marti: In einem ersten Schritt will sie die Zeitung optisch, aber auch inhaltlich erneuern.

Keystone

In der jüngsten «P.S.»-Ausgabe vom Donnerstag skizziert Marti, wie sie sich die weitere Entwicklung des notorisch serbelnden Blattes vorstellt. Eines ist klar: «P:S.» solle eine kritische linke Zeitung bleiben, und - weiterhin - keine Parteizeitung sein. Die Journalisten Nicole Soland und Thierry Frochaux bleiben beim Blatt.

Die 40-jährige Neu-Verlegerin weist auf Stärken und Schwächen des Nischenprodukts hin: Dass es «ein Dinosaurier der Zeitungswelt» sei, müsse kein Nachteil sein. «P.S.» sei «so altmodisch, dass es gleich wieder modern» sei. Das Blatt greife nämlich auf einen Wert zurück, der im 20. Jahrhundert schon einmal fast untergegangen sei: Eine klare Haltung. Und dies werde so bleiben.

In einem ersten Schritt will Marti die Zeitung optisch, aber auch inhaltlich erneuern. Das Blatt, das von Anfang an nur dank immer wieder erfolgreichen Spendenaufrufen überlebt hat, «soll nicht nur arm sein, sondern neu auch sexy werden».

Erst in einem zweiten Schritt wolle man das Blatt dann «digital ins 21. Jahrhundert katapultieren», so Marti. Denn diesbezüglich sei «Altmodigkeit kein Vorteil, sondern ein Defizit». Das werde man - in realistischer Manier - anpacken. Auch die Leserinnen und Leser will Marti in die Weiterentwicklung einbeziehen. Sie sollen Ideen, Hinweise und Kritik beisteuern.