Ratgeber Gesundheit
Lindert Vitamin B Rückenschmerzen?

Stimmt es, dass Vitamin B-Mangel Rückenschmerzen verursachen kann? Weil sich dann angeblich die Verbindungen der Bandscheiben verkürzen, was Druck auf die Scheiben ausübt, und dadurch der Nerv dazwischen eingeklemmt wird, was den Schmerz auslöst. Herr M. B. aus W.

Dr. med. Andreas Thueler
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Gesundheit Aargau
Dr. med. Andreas Thueler,  Chef Rehabilitation & Rheumatologie KSB

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Rückenschmerzen sind weit verbreitet und haben viele Ursachen, von denen längst nicht alle geklärt sind. Die Medizin versucht, die Rückenschmerzen in verschiedene Kategorien einzuteilen. Dies soll helfen, den Betroffenen eine möglichst rasche Linderung zukommen zu lassen.

Um zu einer Diagnose zu kommen, ist weiterhin das klassische Vorgehen in der Medizin am erfolgreichsten. Als Erstes erfolgt eine möglichst präzise Erfragung der Beschwerden. Wann und wodurch sind sie entstanden, wo genau sind sie lokalisiert, strahlen sie aus, was bessert die Schmerzen, was lindert sie? Danach erfolgt eine gezielte körperliche Untersuchung. Hier sind alle Sinne des Untersuchers gefragt. Beispielsweise werden Gang und Haltung der Wirbelsäule beobachtet. In der Bewegungsuntersuchung werden anatomische Strukturen in Ruhe und unter Bewegung ertastet, beobachtet und gefühlt, was für Veränderungen im Gegensatz zum beschwerdefreien Zustand erfassbar sind. Spezielle Tests werden angewendet zur Untersuchung von Nervenbahnen. Auch die Gelenke um die Wirbelsäule herum werden untersucht, etwa Becken- und Hüftgelenke. Die Ärztin hat nach der Befragung und Untersuchung meist schon eine Vorstellung der Ursache der Beschwerden. Zusätzliche Untersuchungen wie Röntgenbilder oder gar MRI-Darstellungen sind selten notwendig. Im Gegenteil: Sie können verwirren, wenn Veränderungen zur Darstellung kommen, die nicht ursächlich für die Beschwerden verantwortlich sind.

Eine wichtige Unterscheidung bei der Beurteilung ist diejenige zwischen Rückenschmerzen mit oder ohne Nervenkompression. Nervenstränge verlaufen vom Gehirn bis zum Steissbein durch einen Längskanal in den Wirbeln und verlassen jeweils paarweise die Wirbelsäule durch Querkanäle auf Höhe der Bandscheiben. Durch Bandscheibenvorfälle, knöcherne

Veränderungen, Brüche etc. kann Druck auf Nerven entstehen. Dies äussert sich durch ausstrahlende Schmerzen, Kribbeln/Einschlafen von Hautarealen und/oder Muskellähmungen. In diesen seltenen Fällen braucht es sorgfältige Kontrollen und gelegentlich auch operative Eingriffe.

Das Nervengewebe erholt sich nur langsam. B-Vitamine (B1, B6, B12) können bei der Regeneration der Nerven allenfalls hilfreich sein. Einflüsse auf Muskeln oder Bänder durch B-Vitamine sind aber rein spekulativ.

Rückenschmerzen sind weit verbreitet und haben viele Ursachen, von denen längst nicht alle geklärt sind. Die Medizin versucht, die Rückenschmerzen in verschiedene Kategorien einzuteilen. Dies soll helfen, den Betroffenen eine möglichst rasche Linderung zukommen zu lassen.

Um zu einer Diagnose zu kommen, ist weiterhin das klassische Vorgehen in der Medizin am erfolgreichsten. Als Erstes erfolgt eine möglichst präzise Erfragung der Beschwerden. Wann und wodurch sind sie entstanden, wo genau sind sie lokalisiert, strahlen sie aus, was bessert die Schmerzen, was lindert sie? Danach erfolgt eine gezielte körperliche Untersuchung. Hier sind alle Sinne des Untersuchers gefragt. Beispielsweise werden Gang und Haltung der Wirbelsäule beobachtet. In der Bewegungsuntersuchung werden anatomische Strukturen in Ruhe und unter Bewegung ertastet, beobachtet und gefühlt, was für Veränderungen im Gegensatz zum beschwerdefreien Zustand erfassbar sind. Spezielle Tests werden angewendet zur Untersuchung von Nervenbahnen. Auch die Gelenke um die Wirbelsäule herum werden untersucht, etwa Becken- und Hüftgelenke. Die Ärztin hat nach der Befragung und Untersuchung meist schon eine Vorstellung der Ursache der Beschwerden. Zusätzliche Untersuchungen wie Röntgenbilder oder gar MRI-Darstellungen sind selten notwendig. Im Gegenteil: Sie können verwirren, wenn Veränderungen zur Darstellung kommen, die nicht ursächlich für die Beschwerden verantwortlich sind.

Eine wichtige Unterscheidung bei der Beurteilung ist diejenige zwischen Rückenschmerzen mit oder ohne Nervenkompression. Nervenstränge verlaufen vom Gehirn bis zum Steissbein durch einen Längskanal in den Wirbeln und verlassen jeweils paarweise die Wirbelsäule durch Querkanäle auf Höhe der Bandscheiben. Durch Bandscheibenvorfälle, knöcherne Veränderungen, Brüche etc. kann Druck auf Nerven entstehen. Dies äussert sich durch ausstrahlende Schmerzen, Kribbeln/Einschlafen von Hautarealen und/oder Muskellähmungen. In diesen seltenen Fällen braucht es sorgfältige Kontrollen und gelegentlich auch operative Eingriffe.

Das Nervengewebe erholt sich nur langsam. B-Vitamine (B1, B6, B12) können bei der Regeneration der Nerven allenfalls hilfreich sein. Einflüsse auf Muskeln oder Bänder durch B-Vitamine sind aber rein spekulativ.