Bezirksgericht Zürich
Limmattaler Gauner-Trio betrog Versicherungen um 1,5 Millionen

Ein Serbe aus Schlieren und zwei Schweizer kassieren für Betrügereien Freiheitsstrafen von bis zu dreieinviertel Jahren.

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Bezirksgericht Zürich.

Bezirksgericht Zürich.

Keystone

In seinem kürzlich eröffneten Urteil ist das Bezirksgericht Zürich im Wesentlichen den Anträgen der Staatsanwaltschaft gefolgt. Demnach haben ein heute 34-jähriger Serbe aus Schlieren und zwei aus Bosnien stammende Schweizer innerhalb von zwei Jahren sechs grössere, im Kanton Zürich ansässige Versicherungsgesellschaften um rund 1,55 Millionen Franken betrogen. Zu den geschädigten Unternehmen gehörten unter anderem die PAX, Generali oder Aspecta. Die beiden Schweizer Beschuldigten, die heute 30 sowie 28 Jahre alt sind, hatten beim Prozessauftakt im letzten Sommer umfassende Geständnisse abgelegt. Nicht so der Limmattaler Drahtzieher: Er sei nur am Rande mit den Betrügereien in Berührung gekommen, führte er aus und bezeichnete sich trotz zahlreicher Belastungszeugen als unschuldig.

Rund 500 Schwindelverträge

Der Dreh des Trios war erstaunlich einfach, aber wirkungsvoll. So vermittelten die drei seriös auftretenden Männer den geschädigten Versicherungen neue Kunden und kassierten dafür regelmässig ansehnliche Provisionen. Zwischen Juli 2007 und September 2009 schlossen sie rund 500 Schwindelverträge ab. Der Betrug gründete auf der Tatsache, dass die Täterschaft einerseits mit Pseudo-Kunden operierte. Diese unterschrieben zwar die Verträge, stellten aber schon bald jegliche Zahlungen ein. Andererseits unterschrieben die Beschuldigten im Namen von Kunden, die es gar nicht gab.

Als die dreisten Betrügereien Ende 2010 aufflogen, war es in finanzieller Hinsicht zu spät. Die Händler hatten einen Grossteil der Beute bereits im Casino verspielt. Das Gericht kam nun zu umfassenden Schuldsprüchen und verurteilte die Täter wegen gewerbsmässigen Betrugs, Urkundenfälschungen und weiteren Delikten zu mehrjährigen Freiheitsstrafen. Die höchste Sanktion von drei Jahren und drei Monaten kassierte der Haupttäter. Dies war eine Zusatzstrafe zu einem Urteil des Bezirksgerichts Dietikon, das den früheren Kellner schon im Herbst 2011 nach einem Rammbock-Einbruch mit einer Freiheitsstrafe von über drei Jahren belegt hatte. 612 Tage hatte er bereits verbüsst.

Mittäter kamen besser weg

Milder kamen die geständigen Mittäter weg. Einer erhielt eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren – ein Jahr davon unbedingt, das er bereits durch die Untersuchungshaft abgesessen hat. Der Dritte im Bunde kam mit einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren davon. Aus dem Urteil geht hervor, dass alle Beschuldigten verpflichtet wurden, für den angerichteten Schaden aufzukommen.