Bestattung
Letzte Ruhestätte in der freien Natur? - Asche darf nur zu privaten Zwecken verstreut werden

Die Bestattungsverordnung verbietet «gewerbsmässiges» Austragen von Asche aus sterblichen Überresten. Ein Verein, der Freitodhilfe anbietet, wollte das rechtlich erlauben lassen - ohne Erfolg - und trägt nun die Gerichtskosten.

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2010 haben Polizeitaucher über 50 Urnen mit menschlichen Überresten im Zürichsee geborgen.

2010 haben Polizeitaucher über 50 Urnen mit menschlichen Überresten im Zürichsee geborgen.

Limmattaler Zeitung

2008 geriet die umstrittene Sterbehilfeorganisation Dignitas in negative Schlagzeilen, da sie gemäss der «NZZ» die Asche von kremierten Verstorbenen serienmässig auf dem Zürichsee verstreut haben soll. Die kantonale Baudirektion verlangte darauf, dass Seebestattungen nur noch im privaten Rahmen erlaubt werden.

Gemäss des «Tagesanzeigers» versucht nun ein anonymer Verein, der Sterbebegleitungen und Freitodhilfe anbietet, die kantonale Bestattungsverordnung so zu ändern, dass «gewerbsmässiges Beisetzen von Urnen oder Ausbringen von Krematoriumsasche ausserhalb von Friedhöfen» nicht länger verboten sind. Im Entscheid des Verwaltungsgerichts soll vom VereinX die Rede sein. Es sei jedoch nicht bestätigt worden, ob es sich beim betroffenen Verein um Dignitas handle.

Das «ungehemmte» Verstreuen von Asche würde nicht nur die Würde der verstorbenen Person verletzen, sondern auch Wanderer oder Wassersportler beeinträchtigen, so das Urteil des Verwaltungsgerichts. Der Verein muss nun für die Gerichtsgebühr in Höhe von 8000 Franken aufkommen.

Verstreuen von Asche privat erlaubt, gewerblich verboten

Für private Zwecke ist es in Zürich grundsätzlich erlaubt, Asche von verstorbenen Angehörigen zu verstreuen, allerdings unter der Rücksichtsnahme, dass niemand dadurch gestört wird. Aus diesem Grund darf Leichenasche nur dort verstreut werden, wo sie nicht als solche erkennbar ist und wo sie nach kurzer Zeit nicht mehr wahrgenommen werden kann. An stark frequentierten Standorten, wie zum Beispiel der Aussichtspunkt auf dem Uetliberg, wäre es verboten, Asche auszutragen.

Ausserdem müssen öffentlichrechtliche Bestimmungen eingehalten werden. So braucht es beispielsweise für eine Waldbestattung eine forstrechtliche Bewilligung.

Im gewerblichem Rahmen ist es gemäss der neuen Bestattungsverordnung, die nach einer Totalrevision seit dem 1. Januar 2016 in Kraft ist, verboten, Asche ausserhalb des Friedhofs zu verstreuen. Der Begriff der Gewerbsmässigkeit bezieht sich dabei auf die Häufigkeit des Ausbringens von Asche. (sm)