Musik-Wettbewerb
Leckereien der Blasinstrumentalisten

Der Schweizerische Solisten- und Ensembles-Wettbewerb lockte die besten Blasinstrumentalisten nach Langenthal. Es war die 31. Austragung.

Hans Blaser
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Leckereien der Blasinstrumentalisten

Leckereien der Blasinstrumentalisten

Solothurner Zeitung

Ein bewährtes Organisationskomitee unter dem Präsidium von Klaus Zehnder konnte nach einem durchdachten Reglement 166 Solo- und 21 Ensembles-Vorträge von insgesamt 14 Experten beurteilen lassen. Als Neuerung wurde am Schweizerischen Solisten- und Ensembles-Wettbewerb (SSEW) erstmals um den Titel des SSEW Junior gespielt.

In einer eigenen Kategorie wurden die zehn Teilnehmenden mit den Jahrgängen 1999 und 2000 zusammengefasst. Dort trafen sich Holz- und Blechbläser gemischt. Was diese Jüngsten zu bieten hatten, war erstaunlich. Selbst die Experten wurden vom Gebotenen überrascht, wie Pascal Hammel, einer der beiden Experten, bestätigte. Erfreulich war dabei die Breite: Sie ist mit der Spannweite von 76 bis 90 Punkten nicht gespreizter als in anderen Kategorien. Emily Birrer ging als SSEW-Junior-Gewinnerin hervor. Auf ihrem Flügelhorn trug die Zehnjährige die «Fantasietta» von Eddy Debons vor. Dieser Teil des Wettbewerbs war zumindest diesmal eine Bereicherung. Ob es das auch weiterhin sein kann, muss sich erst noch weisen. Es hängt wohl von der weiteren Entwicklung in der Musik-Erziehung ab.

Spannend wurde es wie immer auch im Final. Dafür qualifizieren konnten sich alle Kategoriensieger mit mindestens 95 Punkten. Das ergab einen Final mit zwölf Vorträgen. Damit kam das Publikum schon rein zeitlich betrachtet in den Genuss eines vollständigen Konzertes. Der gegenüber dem Wettbewerb in den Kategorien gesteigerten Nervenanspannung galt es, für die Teilnehmer nochmals zu trotzen. Das schafften sie ganz offensichtlich.

Aarwangerin mit 99 Punkten

Reglementsgemäss eröffnete die Lausanner Flötistin Lauriane Macharel mit einer bezaubernden «Fantasie pastorale hongroise» von Franz Doppler den Final. Besonders gespannt waren die Zuhörer auf die beiden Teilnehmer mit den höchsten Noten des Tages. Beide erspielten sich ihre 99 Punkte auf verschiedenen Instrumenten. Der Walliser Gilles Rocha ist in der Brass-Band-Szene kein Unbekannter. Das ist er auch in Langenthal längst nicht mehr. Er dominierte die Kategorie Eufonium. Ganz unbekannt ist auch die Klarinettistin Lea Barblan in Langenthal nicht mehr – sie kommt aus Aarwangen und somit aus der Region. Sie war schon beim SSEW in den Jahren 2008 und 2009 im Final. Diesmal schaffte sie den Einzug mit einer hervorragenden Interpretation von André Messagers «Solo de concours». Sie beginnt nun ihr Musikstudium und wird wohl künftig beim SSEW fehlen.

Rekrutenspiel mit Kostprobe

Auch wenn nicht ganz allen Finalteilnehmern wieder alles so perfekt gelang wie im Wettbewerb – es waren lauter Supervorträge. So wartete man mit Hochspannung auf den Entscheid der Jury aus den Experten Daniel Woodtli, Martin Schranz und Markus Oesch. Für manche wohl eher überraschend wurde Jérémy Coquoz (1995) zum SSEW- Winner 2010 gekürt. Der 15-jährige Cornetist stammt aus Bruson VS und hat sich mit «The Golden Knight», einer Komposition des ebenfalls am Final teilnehmenden Gilles Rocha, auf dem Cornet durchgesetzt.

Vor der musikalischen Ausmarchung war das Rekrutenspiel der Schweizer Militärmusik RS 16-2-10 für einen musikalischen Höhepunkt besorgt: In einem dreiviertelstündigen Konzert boten die Rekruten eine eindrückliche Kostprobe ihres Könnens. Zuvor machten sie mit verschiedenen Ensembles im Langenthaler Stadtzentrum auf den Wettbewerb aufmerksam.

Mitarbeit: mm/tg