Langnau
Langnauer Lebensretter zum «Ritter der Strasse» geschlagen

Unter Einsatz seines Lebens hat der 41-jährige Langnauer Stefan Wittwer ein Zugunglück verhindert. Dafür konnte er am Mittwoch in Bern die Auszeichnung «Ritter der Strasse» entgegennehmen.

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az Langenthaler Tagblatt

Stefan Wittwer hatte am 17. April 2010 in Konolfingen beobachtet, wie ein Autofahrer bei einem Bahnübergang die Wechselblinkanlage missachtete und sein Fahrzeug genau auf den Geleisen zum Stehen brachte. Daraufhin schlossen sich die Schranken.

Wittwer sprang aus seinem Fahrzeug, rannte zur Schranke, kroch darunter durch und verletzte sich dabei. Trotzdem eilte er zum Auto auf dem Gleis, schlug mit der Hand aufs Dach und riss die Fahrertür auf, um den Lenker zur Weiterfahrt zu bewegen.

Bereits näherte sich der Zug dem Ort des Geschehens. Endlich setzte der Lenker sein Auto in Gang und fuhr gegen die Bahnschranke. Stefan Wittwer konnte sich durch einen Sprung in Sicherheit bringen, wie die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) mitteilte.

An der Preisverleihung sagte Ritter, der fehlbare Automobilist sei betrunken gewesen und einfach davongefahren. Bis heute habe ihn die Polizei nicht ausfindig machen können.

Die Aktion «Ritter der Strasse» wird vom Fonds für Verkehrssicherheit mitfinanziert. Sie besteht seit 41 Jahren. Ausgezeichnet werden Verkehrsteilnehmer, die sich besonders mutig und rücksichtsvoll verhalten haben. Jüngste Ritterin war bisher ein 9-jähriges Mädchen, ältester Preisträger ein 78-jähriger Mann. (sda, utz)