Langenthal
Langenthals HEV-Präsident Giesser: «Je mehr Mitglieder, je potenter»

Der Jahresbericht von Präsident Erich Giesser und das Referat von Bernhard Krummenacher zur Bausparinitiative standen im Parkhotel an der 60. Hauptversammlung des Hauseigentümerverbandes Region Langenthal im Mittelpunkt.

Hans Mathys
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Bernhard Krummenacher (links) und Erich Giesser, der für zwei weitere Amtsjahre als HEV-Präsident gewählt wurde. hml

Bernhard Krummenacher (links) und Erich Giesser, der für zwei weitere Amtsjahre als HEV-Präsident gewählt wurde. hml

«Die Nachfrage nach Einfamilienhäusern ist gestiegen, jene nach Mietwohnungen abgeflacht», hielt Erich Giesser, Präsident des Hauseigentümerverbandes (HEV), an der von 127 der 2276 Mitglieder besuchten Hauptversammlung fest. Er beleuchtete die Wirtschaftslage und die Situation auf dem Immobilienmarkt.

Hauseigentümer müssen zusammenstehen

10-jährige Festhypotheken seien Ende 2011 mit 2,3 Prozent abgeschlossen worden. Ende 2010 seien es 2,9 Prozent gewesen. «Die Banken werden vorsichtiger bei Kreditvergaben», so Giesser. Er hielt fest, dass die Mitgliederzahl des HEV um 24 gestiegen ist. «Nicht schlecht, aber auch nicht wahnsinnig gut», kommentierte er. «Je mehr Mitglieder, je potenter», lautete seine Gleichung. Hauseigentümer müssten zusammenstehen, damit sie nicht noch mehr zur Kasse gebeten würden, wie dies bei der Einführung einer obligatorischen Erdbebenversicherung der Fall wäre.

Die Versammelten folgten allen Anträgen des Vorstandes ohne Gegenstimmen – auch den unveränderten Mitgliederbeiträgen von 40 Franken (Einfamilienhäuser) und 60 Franken (Mehrfamilienhäuser). Die von Kassier Markus Gfeller vorgestellte Jahresrechnung 2011 schliesst mit 7589 Franken Gewinn ab. Grösster Einnahmeposten sind die Mitgliederbeiträge (90520 Franken), während auf der Ausgabenseite die Beiträge an den nationalen und kantonalen HEV ins Gewicht fallen.

Das Budget 2012 sieht bei 93000 Franken Einnahmen 200 Franken Gewinn vor. Für die neue Beratungsstelle in Huttwil hat Gfeller 10000 Franken eingesetzt. «Einen energiepolitischen Leckerbissen» versprach Giesser für den Herbstanlass. Er und seine Vorstandsmitglieder Brigitte Zurlinden, Stefan Wälchli und Genny Trösch wurden von den Versammelten für zwei weitere Amtsjahre wiedergewählt.

Ja zu Bauspar-Initiative des HEV

In seinem Referat machte sich Bernhard Krummenacher (HEV-Vizepräsident) für die Bauspar-Initiative des HEV stark, über die das Schweizer Stimmvolk am 17. Juni abstimmen wird. Er verglich diese mit jener der «Gesellschaft zur Förderung des Bausparens», die am 11. März mit 56 Prozent Nein-Stimmenanteil abgelehnt wurde.

«Seit 1972 steht in der Verfassung, man wolle das Wohneigentum fördern, aber es geschah noch nichts», so Krummenacher. Das Argument der Gegner, die Kantone würden finanziell geschwächt, liess er nur bedingt gelten: «Kurzfristig schon, aber langfristig bringt es etwas.»

Der Referent zeigte eine Grafik, wonach 76 Prozent der Stimmberechtigten in der Schweiz das Bedürfnis nach Wohneigentum haben: Hauseigentümer 93, Mieter 62 Prozent. Bei den Wohneigentumsquoten liege die Schweiz mit 35 Prozent auf dem letzten Platz. In Spanien hätten 82 Prozent Wohneigentum in Deutschland 41 Prozent. Mit seiner «Ja»-Empfehlung für die Initiative schloss die Jubiläums-Versammlung.