Langenthal
Langenthaler Guggenspektakel juckt die Narrenbeine

18 Formationen krachen auf zwei Bühnen im Langenthaler Stadtzentrum, was Blech und Fell hergeben. Wohl kaum einem anderen Anlass gelingt es jeweils, eine grössere Menschenmenge in die Langenthaler Marktgasse zu locken, als dem Guggenspektakel.

Bettina Nägeli
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Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel auf dem Marktplatz Langenthal.
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Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel
Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel

Lustiges Schränzen beim Guggenspektakel auf dem Marktplatz Langenthal.

Hanspeter Bärtschi

Unzählige Närrinnen und Narren drängelten, quetschten sich und tanzten über die mit Konfetti vollständig übersäten Pflastersteine, als am Samstagabend pünktlich ab 20.01 Uhr Gugge um Gugge ihr Können und gleichsam ihren Unterhaltungswert zur Schau stellte.

«Es folgt ein Highlight auf das nächste» - die Worte von Speaker Michu Lanz sollten sich schnell in die Tat umwandeln. Kurz nachdem die Akkordwürger «When love takes over» in kakofone Noten verwandelt hatten, ertönte aus den Instrumenten von haub-haub» auch schon die Melodie von «Zombie», worauf die Blächsuger mit «Hier kommt Alex» folgten.

Derweil fusionierten die Storcheguuuger kurzum mit den Schlossgeistern und die eigens aus Eichberg angereisten Bazzaschüttler interagierten mit dem Publikum wie kaum eine andere Clique. Die Guggen - 18 Formationen waren es an der Zahl - liefen demnach auf den Bühnen vor dem Choufhüsi und dem Düby-Reformhaus zur Höchstform auf. Sie lieferten Ohrwurm auf Oldie und Chart-Hit auf Evergreen. Kurz, sie entfachten «Füür u Flamme».

Verschiedene Rollen im Publikum

Der Funke sprang dann auch postwendend auf das Publikum über: «Tröööööt, tätsch, päng» - die Töne und Rhythmen bahnten sich direkt ihren Weg zu den Muskeln, wo sie an denjenigen zupften und die wildesten Bewegungen hervorriefen. Von ebenjenem Vorgang zeugten jedenfalls die ganz Hartgesottenen, die sich ihren Zuhörerplatz geradewegs vor der Choufhüsi-Bühne ausgesucht hatten und sich nicht mit der Rolle des nur Zuhörenden zufrieden gaben.

Ihre Körper bewegten sich folglich gänzlich im Einklang mit der Musik; einmal ausgelassen tanzend, dann fröhlich schunkelnd und schliesslich abwechselnd auf- und abhüpfend. «Das geht voll ab», rief eine schwarz-gelbe Biene Maja, ehe sie auch schon im bunten Trubel unterging.

Wer sich die Szenerie als Ganzes vor Augen führte, der bemerkte indes eine weitere Publikumsgruppe: Neben eben besagten Fasnachtsgängern gab es auch solche auszumachen, die sich in der Rolle der Zuhörenden und Beobachtenden am wohlsten fühlten.

Diese verfolgten das Bühnenspektakel aus einiger Entfernung, etwa von den Treppenstufen bei der UBS. Zu ebendiesen gehörte Jürgen Zeller, der das wilde Treiben aus einiger Entfernung mitverfolgte und wohl allein deshalb zum Schluss kam: Er empfinde die Langenthaler Fasnacht als «klein und angenehm». Die Beobachterrolle erweiterte der 36-jährige Langenthaler derweil auch auf die Zuschauerschar: «Genauso unterhaltsam wie das Lauschen der Guggen-Klänge ist das Beobachten der Fasnachtsbesucher.»

Dem konnte man nur zustimmen, gab es in der Menschenmenge doch unzählige fantasievolle Gestalten auszumachen, die sich unter Trommelwirbel, Paukenschlägen und Trompetensound der Ausgelassenheit hingaben. Hier freundeten sich geheimnisvolle Geishas mit flinken Indianern an, dort tanzten kräftige Wikinger zum Guggen-Sound und an wiederum anderer Stelle trainierte - ja, das Auge sah richtig - die Schweizer Bob-Nationalmannschaft.

An Buntheit und Vielfältigkeit sei dies kaum zu übertreffen, konstatierte Sabina Hadorn aus Burgdorf, die erstmals überhaupt eine Fasnacht besuchte. Sie sei dem guten Ruf der Langenthaler Fasnacht gefolgt und nicht enttäuscht, sagte die 24-Jährige, ehe sie sich den letzten Takten von «Viva la vida» aus dem Repertoire der Megadüdler hingab.

Auch nach dem offiziellen Ende des Guggenspektakels, genauer nach Mitternacht, lichteten sich weder Guggen-Klänge noch Menschenschar. «Die Gasse hier ist belebter als andernorts an der Fasnacht», erfreute sich der 29-jährige Manuel Blaser alias Homer Simpson am hiesigen Narrentreiben. Und so begleiteten mit der Entfernung leiser werdende Töne die Fasnachtsgänger noch auf dem Nachhauseweg, den einige summend, andere johlend und mit Sicherheit die meisten gut gelaunt in Angriff nahmen.