Langenthal
Langenthal.tv ist jetzt auf Sendung

Das Videoportal des Langenthaler Brüderpaars Stephan und Markus Heiniger zeigt Filme über die Stadt. Ihre Idee lehnt sich an die «Heimatblätter» an, die vor 50 Jahren zum Jubiläum 1100 Jahre Langenthal erstmals verlegt wurden.

Urs Byland
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Stephan und Markus Heiniger auf dem Wuhrplatz.

Stephan und Markus Heiniger auf dem Wuhrplatz.

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Gestern Nachmittag feierte Langenthal die offizielle Eröffnung des Wuhrplatzes. Ein historischer Moment, der, so ist anzunehmen, in künftigen Chroniken nicht unerwähnt bleiben wird. Eine solche Chronik könnte auch das Projekt des Langenthaler Brüderpaares Stephan und Markus Heiniger werden. Die beiden Filmemacher, die trotz ihrer Verschiedenheit bestens in der Produktionsgemeinschaft Voltafilm aufgehoben sind, nutzen das Medium Internet und machen Fernsehen für Langenthal. Wie? Ja, Fernsehen für Langenthal. Auf www.langenthal.tv findet der Interessierte diverse Videoepisoden, die alle etwas mit Langenthal zu tun haben. Vergnügen ist garantiert.

Auslöser für das Projekt war eine Anfrage des Organisationskomitees «1150 Jahre Langenthal». Das OK fragte das Brüderpaar an, das Jubiläumsjahr mit Video zu begleiten. «Wir haben abgeraten», sagt Markus Heiniger (1977), der zwei Jahre ältere Bruder. Es wäre frustrierend für die vielen Beteiligten der fünf Jubiläumsanlässe herausgekommen, ist Markus Heiniger überzeugt. «Fünf Fester mit über einem Dutzend Parallelanlässen kann man kaum sinnvoll in einen Film packen.»

Der Gegenvorschlag der Brüder war dann das Projekt «langenthal.tv». «Wir wollten nicht das Fest an und für sich in einem Film festhalten. Das können Fotografie und Texte besser.» Ihre Idee lehne sich an die «Heimatblätter» an, die vor 50 Jahren zum Jubiläum 1100 Jahre Langenthal erstmals verlegt wurden und bis heute periodisch herausgegeben werden. «Wir wollten etwas machen, das weitergeführt werden kann. Langenthal.tv wird nicht am 31. Dezember abgestellt und beendet.» Weitere Videoarbeiten zu Langenthal könnten fortlaufend integriert werden, ergänzt Stephan Heiniger.

Viele der bereits bestehenden Arbeiten auf langenthal.tv stammen von Stephan und Markus Heiniger. Es können aber auch aussen stehende Personen Videos platzieren. «Die Videos sollten einen Bezug zu Langenthal haben. Wir kuratieren die Eingaben. So ist garantiert, dass nicht Ehrverletzendes auf die Seite gelangt», erklärt Stephan Heiniger. Auch Anfragen für die Platzierung von kommerziellen Clips, etwa Firmenporträts, wurden abschlägig beantwortet. «Das entspricht nicht dem, was wir mit langenthal.tv vermitteln wollen», stellt Stephan Heiniger klar. «Wenn aber jemand auf Super 8 etwas Gutes hat, helfen wir gerne, dies zu digitalisieren.»

Das Organisationskomitee des Stadtjubiläums hat 20000 Franken für das Projekt gesprochen. «Das ist natürlich ein Freundschaftspreis. Die Arbeit für das Produzieren der Clips und Programmieren der Website kostet. Wir waren im letzten Jahr immer wieder für langenthal.tv beschäftigt», sagt Stephan Heiniger. Und die Brüder haben auch Lust, das Projekt weiterzuführen. Teilweise mit Arbeit zu Gotteslohn oder indem Sponsoren für weitere Aktivitäten gesucht werden. «Sobald wir nur schon Arbeitsgeräte für das Filmen brauchen, kostet es etwas. Das ist nicht gratis», erklärt Markus Heiniger.

Wer sich auf langenthal.tv einloggt, findet dort Interviews oder auch Clips zu typisch Langenthalerischem wie «Durchschnitt». Produziert wurden die meisten vom Brüderpaar Heiniger, das sich in der Arbeit bestens ergänzt. «Unsere Zusammenarbeit hat Vor- und Nachteile», sagt Markus Heiniger. «Die Kritik ist sehr direkt und man hat vielleicht etwas härter daran zu beissen. Handkehrum bringt es mich mehr vorwärts.»

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