Marktgasse
Langenthal ist eine Stadt der Blutspender

Hochbetrieb herrschte an der Marktgasse 46a am Tag der offenen Tür im umgezogenen Blutspende zentrum Langenthal. Rund 70 Personen liessen sich im Londoner Bus beim Choufhüsi Blut entnehmen.

Hans Mathys
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Blutspender Heinrich Burkhard aus Wynau vor dem Blutspendemobil im Gespräch mit Blutspende-Assistentin Marianne Reinmann. hml

Blutspender Heinrich Burkhard aus Wynau vor dem Blutspendemobil im Gespräch mit Blutspende-Assistentin Marianne Reinmann. hml

Solothurner Zeitung

Angeregt unterhalten sich vor dem doppelstöckigen, roten Londoner Bus Heinrich, Christine und Florian Burkhard aus Wynau mit Blutspende-Assistentin Marianne Reinmann. Alle drei spenden regelmässig Blut. Der Vater (50) hat 92 Blutentnahmen hinter sich, die Mutter (55) deren 82 und Sohn Florian (24) auch bereits 25. «Ich habe die seltene Blutgruppe 0 positiv», sagt Letzterer. Ins Gespräch bringt sich der 71-jährige Langenthaler Jean-Pierre Gygax ein: «Ich musste nach rund 150 Blutspenden aufhören – wegen des Alters und der Gesundheit. Bei ihm sei es zuweilen schwierig gewesen, eine Vene zu orten. «Sie hätten vorher viel trinken sollen», erhält Gygax einen zu späten Rat von Christine Burkhard.

Vor dem Londoner Bus füllt ein junges Paar den Fragebogen für Erstspender aus. Bei der Frage, «Haben Sie seit dem 1. Januar 1980 eine Bluttransfusion erhalten?», nimmt es die Hilfe Marianne Reinmanns in Anspruch, denn beide haben schon Operationen hinter sich: «Ob wir da wohl fremdes Blut erhalten haben?» Die Fachfrau beruhigt. Im Normalfall komme kein solches zum Einsatz. Das Pärchen lässt sich im Bus Blut entnehmen.

Einkaufstour mit Blutspenden

Diesen verlässt soeben Judith Frank (38). «Mir geht es nach jeder Blutspende auch mental gut», sagt sie. «Wir haben die Blutspende mit dem Einkauf am Märit verbunden», verrät ihr Mann Beat. Die Kinder Marco (6) und Mona (3) leisten dem Mami Gesellschaft, das sich nach der Entnahme von 4,5 Deziliter Blut eine Pause gönnt.

«Es läuft sehr erfreulich», sind sich Hansjörg Dick und Ernesto Würth vom Blutspendedienst des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) einig. «Langenthal ist von den Berner Blutspendezentren, die es auch in Bern, Biel, Burgdorf und Thun gibt, die letzte Station, die wir jetzt mit dem Londoner Bus besucht haben», so Dick. «Die Bevölkerung hier ist offen und kontaktfreudig. Das ist nicht überall so», hält Würth fest.

Neuer Standort mit Klimaanlage

An der Marktgasse 46a – im 1. Stock gleich über Expert Trösch – freut sich Magdalena Frenzen, Leiterin des Blutspendezentrums, über die vielen positiven Reaktionen zum neuen Standort. «Heller, übersichtlicher, von den Abläufen her idealer», vergleicht sie selber diesen mit dem alten an der Marktgasse 27. «Es läuft super. Wir werden heute am Tag der offenen Tür fast überrannt. Die Leute zeigen sich interessiert», stellt sie fest.

«Am alten Standort war es etwas diskreter, aber im Sommer sehr heiss», urteilt Bruno Fankhauser (55), der bisher 60 Mal Blut gespendet hat. «Von allen Blutspendezentren im Kanton Bern sind wir jetzt am modernsten. Nur wir haben eine Klimaanlage», weiss Frenzen. «Ich habe 1963 zum ersten und 2003 zum letzten Mal Blut gespendet», so die Langenthalerin Therese Künzli (71). Sie stellt fest, dass nicht alles anders ist. Die Spenderstühle sind die gleichen – und es sind immer noch deren sechs.

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