Langenthal
Langenthal gewinnt beim Bahnhof eine Galerie

Hermann Ernst plant einen Neubau und seine Frau Hedy wird den Kunstgarten in Aarwangen aufgeben. Hedy Ernst und ihr Mann Hermann Ernst werden sich neu Richtung Altes Amtshaus visavis vom Bahnhof Langenthal orientieren.

Urs Byland
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Im Garten des alten Amtshauses beim Bahnhof baut Hermann Ernst ein Mehrfamilienhaus mit Galerie. uby

Im Garten des alten Amtshauses beim Bahnhof baut Hermann Ernst ein Mehrfamilienhaus mit Galerie. uby

Solothurner Zeitung

Er wird im Garten ein Mehrfamilienhaus bauen und sie wird darin eine Galerie eröffnen. Gemeinsam werden sie zudem im Gebäude wohnen. Noch ist es aber nicht so weit.

Altes Amtshaus und Grundstück gehören bereits dem Architekturbüro Ernst-Nyffeler Architekten AG. Hermann Ernst ist seit letztem Jahr Alleininhaber der AG und hat nun für den Garten hinter dem Alten Amtshaus grosse Pläne. Entstehen soll dort ein Wohn- und Geschäftshaus auf drei Etagen, mit einer zusätzlichen Attika-Wohnung und einer unterirdischen Einstellgarage. Die Attika haben Hedy und Hermann Ernst für sich vorgesehen. Zusätzlich entstehen fünf Wohnungen, zwei davon sind Duplexwohnungen. Das neue Gebäude wird in einem Winkel im südwestlichen Teil des Gartens hingestellt und bildet zusammen mit dem Alten Amtshaus einen Hof.

«Kunstgärtnerin» Hedy Ernst

Im Parterre hat Hermann Ernst schon Mieter für die Geschäftsräume gefunden, kann diese aber noch nicht bekannt geben. Ein Mieter beansprucht langfristig einen grösseren Raum, als er kurzfristig nutzen kann. Diese Gelegenheit nutzt Hedy Ernst. Sie wird den noch nicht benötigten Raum für ihre neue Galerie nutzen. «Wir fanden dies eine gute Idee, meine Galerietätigkeit in kleinerem Rahmen an einem anderen Ort weiterzuführen», erklärt Hedy Ernst. Ähnlich, wie sie es schon in Aarwangen praktiziert, soll der Garten zwischen Amtshaus und Neubau als Freiluftgalerie genutzt werden. Der bisherige «Kunstgarten» in Aarwangen wird von der Familie Ernst zum Verkauf ausgeschrieben.

Sie habe sich auch schon als Kunstgärtnerin bezeichnet, erklärt die 61-jährige Hedy Ernst. «Es ist ein riesiger Umschwung, der mir aber langsam über den Kopf hinauswächst. Deshalb haben wir uns entschieden, jetzt etwas zu ändern, solange wir noch können.»

«Der Kunstgarten ist mit der neuen Galerie natürlich nicht vergleichbar», erklärt Hedy Ernst. Das Grundstück der von Hector Egger 1925 erbauten Villa in Aarwangen ist weitläufig und bietet zusammen mit dem Nebengebäude eine ideale Kombination für Ausstellungen drinnen und draussen. «Am neuen Ort wird die Aussenfläche viel kleiner sein. Aber es könnte eine interessante, hofartige Situation geben.» Andererseits werde sie sich umgewöhnen müssen, weil in Aarwangen keine Laufkundschaft die Galerie «Kunstgarten» besuchte. «Die Leute kamen extra wegen dem Ausstellungsbesuch nach Aarwangen.»Das könnte sich in Langenthal ändern. Die Grösse der neuen Galerie wird auch Einfluss auf das Ausstellungsgut haben. «Wahrscheinlich werden die Objekte, seien es Bilder oder Skulpturen, weniger schwer zum Tragen sein», sagt Hedy Ernst.

Noch ist es aber nicht so weit. Zuerst wird die Baubewilligung abgewartet. Ebenso entscheidend ist der Verkauf der Villa in Aarwangen. Nicht für den Bau des Mehrfamilienhauses in Langenthal, aber für die Galerietätigkeit von Hedy Ernst. Sie will bis zu einem allfälligen Verkauf ihre Galerie Kunstgarten in Aarwangen nicht aufgeben.