Minarett-Demo
Langenthal droht ein heisser Samstag

Linksaktivisten rufen zur Gegenbewegung auf. Damit soll die angekündigte Anti-Minarett-Demo gestört werden. Die Stadt hält trotzdem an der Bewilligung fest. Kommt es am Samstag in Langenthal zum Gewaltausbruch?

Tobias Granwehr
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Das Minarett in Langenthal ist ausgesteckt (Archiv)

Das Minarett in Langenthal ist ausgesteckt (Archiv)

Keystone

Das könnte ein heisser Samstag werden vor dem Lokal der islamischen Glaubensgemeinschaft Xhamia e Langenthalit an der Bützbergstrasse. Ein Komitee aus Pnos und Autopartei hat eine Kundgebung gegen das geplante Minarett der Glaubensgemeinschaft angekündigt (wir berichteten). Jetzt lancieren Linksaktivisten eine Gegenbewegung. Unbekannte rufen im Internet dazu auf, «Eigeninitiative zu zeigen und am Samstag nach Langenthal zu fahren, um diese Nazis zu stören».

Kommt es in Langenthal zu einem Schlagabtausch zwischen Linken und Rechten? Dominic Lüthard, Präsident der Pnos Schweiz und Organisator der Anti-Minarett-Kundgebung, lässt sich von den Linksaktivisten jedenfalls nicht beirren: «Wir haben eine Bewilligung der Stadt, deshalb werden wir ganz klar an unserem Vorhaben festhalten.» Die Aktion der Linksaktivisten will Lüthard gar nicht kommentieren: «Wir legen den Fokus auf das Minarett und nicht auf das Thema rechts gegen links.» Das Komitee aus Pnos und Autopartei wolle gegen das Minarett demonstrieren - und nicht einen Strassenkampf hervorrufen, sagt er.

Stadt hält Bewilligung aufrecht

Die Stadt bewilligte die Demo Anfang dieser Woche. Laut Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) bleibt es dabei. Daran habe sich nichts geändert, sagte er gestern. Heute Freitagmorgen wolle er aber nochmals Rücksprache nehmen mit der Polizei, so Rufener.

Die Demonstration steht unter dem Motto «Nein zum Minarett in Langenthal». Die islamische Glaubensgemeinschaft akzeptiere den Volkswillen nicht, begründet Lüthard die Kundgebung der Rechtsparteien. Vielleicht werde die Gemeinschaft nach der Demo von ihrem Vorhaben absehen. Nichts mit der Kundgebung zu tun haben will das Aktionskomitee «Stopp Minarett». Dieses wehrt sich seit Langem auf juristischem Weg gegen das geplante Religionssymbol.