Wanderleitung
Kurt Grieder: «Ich überzeugte das Militär, uns nach Losone zu fahren»

Wanderleiter Kurt Grieder war früher Lehrer und erzählt, wie er mit seinen 30 Schülern ein auf einer Wanderung doch noch ein Nachtlager im Tessin fand.

Fabian Muster
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Kurt Grieder in seinem Wanderoutfit.

Kurt Grieder in seinem Wanderoutfit.

ZVG

Warum wandern Sie?

Kurt Grieder: Ich bin in Tenniken aufgewachsen und sehr naturverbunden.

Zur Person

Kurt Grieder, 73, aus Waldenburg hat früher als Lehrer mit Vorliebe mehrtägige Schulreisen organisiert und ist heute für den Erlebnisraum Tafeljura tätig. Er leitet die Wanderung von Waldenburg auf den Hauenstein.

Können Sie sich an ein prägendes Kindheitserlebnis erinnern?

Auf einer der weitesten Schulreisen als Primarschüler sind wir vom Brienzer Rothorn über die Scheidegg nach Grindelwald gelaufen. Statt am Schluss das Bähnli zu nehmen, sind ich und mein Schulkollege einfach zu Fuss hinabgestiegen. Weder den Lehrern noch meinem Vater, der ebenfalls dabei war, haben wir etwas gesagt.

Welches ist Ihre Lieblingswanderung?

Ich wandere gerne im Jura. Eine der schönsten Wanderungen geht von der Waldweid über die Wasserfallen auf den Vogelberg, früher lief ich sogar weiter bis auf den Weissenstein.

Bei welcher Wanderung gabs Überraschungen?

Als Lehrer ging ich mit meinen 30 Schülern auf Schulreise ins Tessin. Wir wanderten von Airolo nach Fusio, waren aber spät dran und verpassten in Fusio den Bus zu unserem Nachtlager nach Losone. Ich überzeugte dann das Militär, uns dorthin zu fahren.

Nach einem anstrengenden Wandertag: Was gönnen Sie sich?

Nichts Spezielles.

Nach welcher Wanderung waren Sie so richtig kaputt?

Ich kann mich nicht erinnern, je einmal am Limit gelaufen zu sein. Im Militär machte ich den 100-Kilometer-Marsch von Liestal nach Bern: Wir liefen morgens früh los, kamen abends spät an und gingen nachher noch in den Ausgang.

Was war eines Ihrer schönsten Erlebnisse beim Wandern?

Einerseits das bereits erzählte Erlebnis auf der Schulreise im Tessin mit dem Militär. Andererseits gibt es bei jeder Wanderung etwas Spezielles: Das Morgenrot beim Start, das Abendrot am Ende, die Kameradschaft unter den Wanderern.

Was haben Sie auf Wanderungen immer dabei?

Feldstecher, gute Regenausrüstung mit einem breiten Hut und, seit ich etwas älter geworden bin, die Wanderstöcke.

Wann haben Sie Ihre letzten Wanderschuhe gekauft?

Meine jetzigen Wanderschuhe sind drei, vier Jahre alt und waren mit 69 Franken sehr billig. Es ist aber wunderbar, darin zu laufen. Der Schuh hat eine Vibramsohle, was für guten Halt sorgt und gut dämpft.

Wie oft gehen Sie wandern?

Pro Woche wandere ich zwei- bis dreimal bis zu vier Stunden mit meinem Hund. Der Golden Retriever ist mit 13 Jahren aber schon ein bisschen alt. Das schränkt mich manchmal ein.