Krankenkassen: Die Kosten explodieren

Gesundheitsausgaben steigen um 9,9 Prozent.

SaW Redaktion
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Die Kosten in der obligatorischen Krankenversicherung sind im ersten Halbjahr so stark gestiegen wie noch nie seit dem Jahr 2000, nämlich um 9,9 Prozent. Hauptgrund sind die stationären Spitalkosten, die um 32,7 Prozent zugenommen haben. Schuld seien die Spitäler, sagen die Krankenkassen. Sie hätten den Wechsel auf Fallpauschalen im vergangenen Jahr nicht im Griff gehabt. Noch immer treffen deshalb bei den Kassen Rechnungen für Behandlungen von 2012 ein.
Wie stark der Prämienschock sein wird, hängt von der Reservesituation der Krankenkassen ab. Die beiden grössten, Helsana und CSS, beteuern, sie hätten wegen des absehbaren Rechnungsstaus genügend Rückstellungen gebildet. Doch nicht alle waren so weitsichtig. Die Kosten würden auch im zweiten Halbjahr markant ansteigen, befürchtet Krankenkassenexperte Felix Schneuwly vom Vergleichsdienst Comparis. Denn das Fallpauschalensystem habe auch zu höheren Tarifen und einem Mengenwachstum geführt. Zudem wurde in mehreren Kantonen der Vergütungsschlüssel zulasten der Krankenkassen geändert.
«Der Systemwechsel verursacht einen massiven Kostenschub», sagt Schneuwly. «Er ist keineswegs kostenneutral, wie es die Politik den Prämienzahlern versprochen hatte.»
Die Prämien reichen deshalb nicht zur Deckung der stark steigenden Kosten aus. Etliche Kassen wollen ihre Reserven anzapfen. «Das hat in der Vergangenheit immer zu einem Prämienschock geführt», warnt Schneuwly.
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