Zürcher Obergericht
Kokainhändlerin wird zu über vier Jahren Gefängnis verurteilt

Das Zürcher Obergericht hat am Mittwoch eine fünffache Mutter wegen Drogenhandels und mehrfacher Geldwäscherei zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt.

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Drogenhandel (Symbolbild)

Drogenhandel (Symbolbild)

Keystone

Die 48-Jährige hatte insgesamt 730 Gramm Kokain verkauft und Drogengelder in Höhe von 80'000 Franken gewaschen.

Das Gericht bestätigte damit das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, vor dem sie sich im vergangenen Dezember verantworten musste. Anträge des Verteidigers, die Strafe für die geständige Frau deutlich zu senken, blieben vor Obergericht chancenlos.

Die Frau war bereits 1998 vom Bezirksgericht Bülach wegen der Einfuhr von über fünf Kilogramm Kokain zu einer Zuchthausstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Darauf entzog ihr die Vormundschaftsbehörde den damals zweieinhalb Jahre alten Sohn. Das Kind lebt seither in einer Pflegefamilie.

Rückfall nach acht Jahren

Nach ihrer Haftentlassung heiratete die aus der Dominikanischen Republik stammende Frau einen Schweizer und brachte vier weitere Kinder zur Welt. Während acht Jahren liess sie sich nichts zu Schulden kommen, doch im Sommer 2009 stieg sie erneut in den Drogenhandel ein.

Zunächst beteiligte sie sich am Transport von runf fünf Kilogramm Kokain aus der Karibik in die Schweiz. Danach betätigte sie sich als Dealerin und waschte Drogengelder, bis ihr Tun erneut aufflog.

Das Obergericht attestierte der Beschuldigten eine erhebliche kriminelle Energie. Dass die Frau an Depressionen leide, wie der Verteidiger geltend gemacht hatte, sei zwar durchaus denkbar. Es bestehe aber kein Zusammenhang zur erneuten Straffälligkeit.

Eine erhöhte Strafempfindlichkeit lehnten die Richter ebenfalls ab, da die Kinder der Beschuldigten entweder bei einem Vater oder bei einer Pflegefamilie lebten. Wird das Urteil rechtskräftig, droht der Mutter die Abschiebung in ihre Heimat.