Langenthal
Knackeboul rappt für Beat Schlatter zu Alphorn-Sound

David Kohler singt den Titelsong für den heute startenden Film «Hoselupf» über das Schwingen. Der Langenthaler reimt Wörter zur bekannten Melodie «Lueget vo Bärg u Tal» und könnte sich mit seiner Gage ein iPad kaufen.

Urs Byland
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Knackeboul bei einem Workshop mit Gymnasiasten. archiv/bar

Knackeboul bei einem Workshop mit Gymnasiasten. archiv/bar

Solothurner Zeitung

David Kohler, wie kommen Sie dazu, für den Film «Hoselupf» den Titelsong zu singen?

David Kohler: Mein Kollege Pirmin Marti war verantwortlich für die Zusammenstellung der Filmmusik. Als er mich kurzfristig anfragte, etwas für einen Film namens «Hoselupf» zu singen, verwarf ich zuerst die Hände und dachte: Oh Gott, ein Film übers Schwingen. Zur Einstimmung sandte er mir Musik von Hans Kennel. Die fand ich dann supercool.

Die Melodie entstammt dem Volkslied «Lueget vo Bärg u Tal» und sie rappen zu Alphorn-Sound. War das Reimen schwer?

Nein, aber es musste sehr schnell gehen. Die Aufnahmen fanden in einem Studio in Bern statt. Ich war extrem in Eile und habe kurz vorher noch rasch zwei Sechzehner geschrieben.

Zwei was?

Zwei Sechzehner sind zweimal sechzehn Zeilen Text. Dann liess ich es auf mich zukommen, weil die Musik von Kennel nicht eine typische Rap-Musik ist. Es war ein Experiment. Das Konzept war, dass der Sound möglichst authentisch bleiben und nicht mit einem erdrückenden Hip-Hop-Beat abgewürgt werden sollte. Mit dem beigefügten Klatschen wirkt der Sound sehr natürlich.

Nochmals zurück zum Text. Sie haben einen Rohschnitt des Filmes anschauen können, und dann?

Beim Anschauen habe ich mir Notizen gemacht und gleichzeitig gemerkt, dass mir der Film sehr gefällt. Anfänglich dachte ich ja, ein Film übers Schwingen würde mich nicht gross interessieren. Aber dann war der Beat Schlatter sehr komisch, und der Film hat mich inspiriert. Mit den Reimen habe ich den Film sozusagen zusammengefasst, obwohl das gar nicht die Aufgabe war.

Hat die Aufgabenstellung, einen Rap für einen Film zu machen, Sie beim Erfinden des Textes beeinflusst?

Ich habe vielleicht nicht so provokativ wie üblich getextet, weil sich der Film im Kino an ein grösseres Publikum richten soll. Es sollte also eine Musik sein, die alle Leute interessiert und nicht nur Rap-Interessierte.

Heute startet der Film in den Kinos. Haben Sie bereits Reaktionen erhalten?

Der Song ist bereits an mehreren Stellen im Internet verlinkt. Nach einer Woche haben rund 1500 Personen das Lied gehört. Freunde und Hip-Hop-Kollegen finden den Song super, und je mehr ich den Song höre, umso mehr gefällt er auch mir.

Gab es für den Titelsong des Films «Hoselupf» eine Gage?

Ja.

Mehr als ein Sandwich?

Muss ich das jetzt beantworten? In der Schweiz redet man doch nicht über Geld.

Das können Sie bestimmen.

Ich habe eine Pauschale erhalten. Die würde reichen, um ein iPad zu kaufen. Zusätzlich erhalte ich von der Suisa Geld, wenn der Song beispielsweise im Radio gespielt wird.

Kann man den Song auch kaufen?

Soviel ich weiss, kann man den Song kostenpflichtig bei iTunes runterladen.

Haben Sie Langenthal den Rücken zugedreht?

Ich wohne in der Zwischenzeit in Bern. Im Moment reise ich wegen des neuen Senders Joiz oft nach Zürich, bei dem ich eine Sendung erhalten habe.

Worum geht es dabei?

«Joiz» ist ein crossmedialer Sender, dessen Zielpublikum die 15- bis 30-Jährigen sind. Initiiert wurde der Sender von Kurt Schaad, der früher beim Schweizer Fernsehen arbeitete. Meine Sendung beim Sender Joiz, der am 28. März startet, heisst «Knack attack».

Und Sie sind auch beim Schweizer Fernsehen engagiert.

Ja, in der Kindersendung Zambo, in der ich Lektionen zum Beat-Boxen gegeben habe und jetzt spontan zu Wörtern, die mir von Kindern mitgeteilt werden, meine Beats entwickle. Zudem habe ich jede Woche einige Auftritte.