Herzogenbuchsee
Klasse schliesst wegen sinkender Schülerzahlen

Ab Sommer gibt es am Schulstandort Oenz in Herzogenbuchsee eine gemischte Klasse von Viert- und Fünftklässlern – weil die Schülerzahlen stark sinken.

Marco Wölfli
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Nach der Klassenschliessung werden sich weniger Kinder auf den Weg in die Schule Oenz machen.Urs Lindt

Nach der Klassenschliessung werden sich weniger Kinder auf den Weg in die Schule Oenz machen.Urs Lindt

Mit einem grossen Schulfest ging letzten Juli die Ära der Schulen Oenz zu Ende. Seit Beginn des Schuljahres gehören sie zu Herzogenbuchsee. Nun zeigt sich aber, dass die Schulstandorte zwar zusammengehören, sich aber nicht gleich entwickeln.

Während in Herzogenbuchsee die Schülerzahlen im nächsten Jahr um acht Kinder steigen, sinken sie am Standort Oenz um etwa zwölf. Das hat handfeste Folgen: Nächstes Jahr soll es an der Schule Oenz eine Mittelstufenklasse weniger geben. Dies schreibt die «Buchsi Zytig» in ihrer aktuellen Ausgabe.

Gesamtschulleiter Nick Moret bestätigt die Schliessung: «Der Rückgang der Schülerzahlen am Standort Oenz ist grösser als erwartet. Dieser Umstand führt zur Schliessung einer Klasse.» Die Klassenorganisationen werden von der Bildungskommission, der Schulleitung und dem Schulinspektorat jährlich überprüft. Dabei müssen sie sich nach den Vorgaben des Kantons richten.

Diesen Umstand nutzt Moret um zu betonen: «Die Klassenschliessung hat überhaupt keinen Zusammenhang mit der Fusion mit Herzogenbuchsee.» Die Regeln des Kantons sehen vor, dass eine Klasse mindestens 20 Kinder aufweisen sollte.

Der Grund dahinter ist finanzieller Natur. Die vom Kanton entlöhnten Lehrerinnen und Lehrer kosten immer gleich viel. Egal, ob sie vor zehn oder 30 Kindern unterrichten. Hätten die Verantwortlichen der Schule Herzogenbuchsee nicht reagiert, wären die Klassen in Oenz mit deutlich weniger als 20 Schülern besetzt gewesen.

«Wir planen immer in einem Zeithorizont von drei Jahren», sagt Moret. Da keine Explosion der Schülerzahlen zu erwarten ist, wurde die Schliessung nun vollzogen. Damit könne man allen Beteiligten Sicherheit für die nächsten drei Jahre bieten, so Moret. Bereits jetzt sind an der Schule Oenz Mehrjahrgangsklassen gang und gäbe.

Jeweils zwei Jahrgänge werden in einer Klasse geführt. Neu gibt es nun aber eine Klasse gemischt mit Viert- und Fünftklässlern. Diese Änderung hat auch Einfluss auf acht Kinder einer aktuellen fünften Klasse.

Weil es im nächsten Jahr nur noch zwei Klassen mit Sechstklässlern gibt, müssen die Acht verteilt werden. Diese Umteilung werde unter Einbezug der Lehrer und Schulleiter vorgenommen, schreiben die Behörden in einem Brief an die Eltern.

Die Schliessung einer Klasse am Standort Oenz hat aber nicht nur für die Kinder Auswirkungen, sondern auch für eine Lehrperson. Eine Klassenlehrerstelle fällt nämlich weg. Momentan beschäftigt sich Moret mit der Pensenplanung für das nächste Schuljahr und er ist optimistisch, dass keine Entlassung nötig ist: «Wir haben einige Lehrer befristet angestellt und hoffen den Abbau so auffangen zu können.»

Leicht steigende Schülerzahlen

Für die nächsten drei Jahre ist die Klassenorganisation am Standort Oenz nun also geregelt. Was danach kommt, ist noch unklar und Nick Moret will auch nicht darüber spekulieren. «Wir beobachten die Schülerzahlen ständig, doch eine Spekulation zu wagen, wäre nicht seriös», sagt Moret.

Es kann sogar damit gerechnet werden, dass die Schülerzahlen am Standort Oenz in den nächsten Jahren wieder leicht ansteigen. Dies, obwohl die Zahlen kantonsweit rückläufig sind. Falls diese vorsichtige Prognose eintrifft, könnte die Schule Oenz vor weiteren Klassenschliessungen verschont werden.