Stadttheater Langenthal
Klangvolle Walzerträume zum Jahresende

Das Silvesterkonzert mit dem Johann Strauss Orchester Budapest rundete gefühlvoll das alte Jahr ab. Die Zuhörer im Stadttheater waren begeistert vom Orchester, das bereits zum 21. Mal auf Konzerttournee in der Schweiz ist.

Brigitte Meier
Merken
Drucken
Teilen
Das Johann Strauss Orchester Budapest sorgte im Stadttheater für einen stimmigen Jahreswechsel.

Das Johann Strauss Orchester Budapest sorgte im Stadttheater für einen stimmigen Jahreswechsel.

Hanspeter Bärtschi

Das alte Jahr im Dreivierteltakt ausklingen lassen und sich im rosengeschmückten Stadttheater in Champagnerlaune versetzen: Mit beschwingter Musik, dargeboten vom Johann Strauss Orchester Budapest, stimmen sich die Konzertbesucher auf den Jahreswechsel ein. In den Kompositionen des Walzerkönigs vermischt sich Wiener Charme mit feurig-ungarischer Lebensfreude.

Das Johann Strauss Orchester Budapest spielt in der historischen Besetzung der Strauss-Kapelle und erweckt die unsterbliche Wiener Musik zu klingendem Leben. Zur Jahreswende sind die ungarischen Spitzenmusiker bereits zum 21. Mal in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich auf Konzerttournee.

Mit der Geige in der Hand dirigieren

Gert Meditz gehört zu den wenigen Dirigenten, die ihr Orchester ganz im Stil von Strauss mit Violine und Bogen führen können. Er leitet das Orchester mit ungarischem Temperament und hörbarem Gespür für die Strauss-Dynastie. Dazu führt er wienerisch charmant und mit humorvollen Ansagen durch das Programm.

Wo immer das Orchester sein musikalisches Feuerwerk entzündet, ist das Publikum hingerissen. Der Klangkörper ist auf allen Positionen mit hervorragenden Instrumentalisten besetzt. Die Homogenität der Streicher und der reine Klang der Bläser erzeugen brillanten Walzerschwung auf hohem Niveau. Zum Träumen verleitet die Barkarole aus der Oper «Hoffmanns Erzählungen» von Jacques Offenbach. Nach einem Querflöten-Intro verschmelzen die Violinen mit dem Ensemble.

Die wiegende Bewegung in der Melodie, hervorgerufen durch den ungewöhnlichen Takt, erinnert an venezianischen Gondeln.

Gesangliche Höhepunkte setzen die Solisten mit Arien und Duetten aus beliebten Operetten wie «Die Fledermaus». Weich und geschmeidig erstrahlt die Sopranstimme von Sonja Lutz, als sie «Glücklich ist, wer vergisst» interpretiert. Ihr neckisches «Uhren-Duett» mit Drummond Walker erhält viel Applaus. Der gebürtige Engländer ist mit einer kräftigen Tenorstimme ausgestattet. Wird auf Wiener Bällen um Mitternacht getanzt, ist die traditionelle «Fledermaus-Quadrille» angesagt. In Form einer Schnellpolka wird eine ungarische Visitenkarte überreicht und in der Pause sorgt ein Silvesterapéro des «Chrämerhuus» für Gaumenfreuden.

Weltberühmter Donauwalzer

Pianissimo tremolieren die Streicher die einleitende Passage «An der schönen blauen Donau». Wie sanfte Wellen erklingen die Takte des sinfonischen Donauwalzers, den Johann Strauss 1867 komponiert hat. Die Melodie, die weltweit mit Österreich assoziiert wird, ist als Höhepunkt der Neujahrskonzerte der Wiener Philharmoniker ebenso wenig wegzudenken wie der Radetzkymarsch von Johann Strauss (Vater).

Damit endete auch das Konzert im Langenthaler Stadttheater, begleitet vom rhythmischen Klatschen des Publikums. Charmant überreichen Gemeinderätin Paula Schaub und Theaterleiter Reto Lang allen Besuchern eine Rose: Prosit Neujahr!