Uitikon
Kirchenglocken in Uitikon machen Urlaub

Die Glockenanlage wird seit 2008 etappenweise saniert. In der nun angelaufenen letzten Etappe werden die Aufhängung und die Mechanik der beiden grösseren Glocken auf Vordermann gebracht.

Ladina Trachsel
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Die Glocken der evangelisch-reformierten Kirche in Uitikon werden in einer letzten Etappe saniert.
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Thomas Leutwiler im Glockenturm bei der Sanierung der Glockenanlage der Kirche Uitikon
Thomas Leutwiler zeigt das Uhrenwerk der Glockenanlage der Kirche Uitikon
Thomas Leutwiler saniert die Glockenanlage der Kirche Uitikon

Die Glocken der evangelisch-reformierten Kirche in Uitikon werden in einer letzten Etappe saniert.

Ladina Trachsel

Die evangelisch-reformierte Kirche liegt idyllisch etwas erhöht im Dorfkern von Uitikon. Vögel zwitschern und Kühe muhen zufrieden vor sich hin. Eigentlich sollten pünktlich um 9 Uhr wie gewöhnlich die drei Glocken gemeinsam erklingen. Doch seit diesem Donnerstag bleibt das Läuten der beiden grossen Hauptglocken aus und nur die kleinste klingt weiterhin.

Seit 2008 wird etappenweise saniert

Die Glockenanlage wird seit 2008 etappenweise saniert. In der nun angelaufenen letzten Etappe werden die Aufhängung und die Mechanik der beiden grösseren Glocken auf Vordermann gebracht. Für die Dorfbewohner bedeutet dies, dass sie bis zum 17. Juli geduldig sein müssen, ehe die drei Glocken wieder gemeinsam ertönen werden.

Laut Thomas Leutwiler der Firma Muff (Kirchturmtechnik AG aus Triengen) ist eine Sanierung bei jedem Kirchturm früher oder später notwendig: «Die Bänder, die die Glocken halten, sind irgendwann alt und verzogen und müssen daher regelmässig neu angezogen oder in diesem Fall erneuert werden.» Die Glocken werden dafür jedoch nicht ganz heruntergenommen, sondern bleiben oben so angebunden, dass sie bei der Sanierung nicht im Weg sind. Die kleinste Glocke mit dem höchsten Klang wird weiterhin jede Viertelstunde läuten, da sie in einem früheren Schritt schon restauriert wurde.

«Es ist sehr wichtig, dass sie angemessen gepflegt wird»

«Eigentlich machen die beiden grösseren, tieferen Glocken den schönen Klang aus», sagt Susanne Tanner, eine Anwohnerin aus Uitikon. Ein Dorf ohne Kirche und ohne Glocken sei nicht lebendig. Auch Anita Haid vom Sekretariat der reformierten Kirchgemeinde ist stolz auf die geschützte, bald 400-jährige Kirche. «Es ist sehr wichtig, dass sie angemessen gepflegt wird», findet sie.

Die Kirche ist seit 1626 in Betrieb. Damals haben Mitglieder der Familie Steiner, die seinerzeitigen amtierenden Gerichtsherren aus Uitikon, in eine bis anhin nicht vorhandene Kirche und einen Kirchdiener investiert. «Die Kirche wurde damals innert sechs Wochen durch Fronarbeit der ansässigen Bauer erbaut», erzählt Walter Huldi, der Archivar. Vorher mussten die Bewohner für den Gottesdienst jeden Sonntag nach Altstetten reisen.