Kino Razzia
Kinosaal aus den 20er-Jahren im Zürcher Seefeld wird restauriert

Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen soll das Kino im Zürcher Seefeld wieder im ursprünglichen Jugendstil-Ambiente erstrahlen.

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Das Kino Razzia im Zürcher Seefeld im Januar 1989, kurz bevor es seinen Betrieb einstellte. Keystone

Das Kino Razzia im Zürcher Seefeld im Januar 1989, kurz bevor es seinen Betrieb einstellte. Keystone

1989 hat das Kino Razzia im Zürcher Seefeld den Betrieb eingestellt, nun wird der denkmalgeschützte Kinosaal aus den 20er-Jahren aufwendig für 400000 Franken restauriert. Er soll wieder im ursprünglichen Jugendstil-Ambiente aufleben. In zwei Jahren soll ein Gastro-Betrieb einziehen.

Viele Versuche, dem Kino wieder definitiv Leben einzuhauchen, sind in den letzten Jahrzehnten gescheitert. Nachdem das Kinoprojekt «Otto e mezzo» 2006 begraben werden musste, erwarb die Ledermann Immobilien AG die «Razzia»-Liegenschaft zusammen mit der Nachbarliegenschaft «Villa Mainau». 13,8 Millionen Franken will sie nun in Renovation und einen Ersatzneubau investieren.

Doch kein Hotel

Die Pläne für ein Hotel mit 23 Zimmer hätten sich wieder zerschlagen, hiess es an einer Medienkonferenz gestern. Die Wirtschaftlichkeit eines gemischten Restaurant- und Hotelbetriebs an diesem Ort seien «höchst ungewiss», wie ein Stresstest ergeben habe, sagte Ledermann-Immobilien-CEO Michael Müller.

Der für den Gastrobetrieb vorgesehene Mieter sei Ende 2011 wieder abgesprungen. «Das Razzia ist wieder auf dem Markt», sagte Müller. Verhandlungen mit interessierten Gastro-Unternehmen seien angelaufen. Man hoffe, einen Betreiber zu finden, der zum einmaligen Interieur passe. Vorgesehen sei ein Esslokal.

In enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege werde die Sanierung des Kinoraums und der markanten Fassade zur Seefeldstrasse hin vorgenommen. Das Kinemathographen-Theater Seefeld, das später die Namen «Kino 8» und «Razzia» trug, wurde 1922 als eines der ersten Zürcher Lichtspieltheater gebaut.

In den 50er-Jahren gab es einen vollständigen Umbau, bei dem das Jugendstil-Interieur hinter einer Innenverschalung verschwand. Denkmalpflege und Immobilienfirma wollen nun wieder «den Glanz der 20er-Jahre sicht- und erlebbar machen», wie Architektin Petra Hemmi erklärte. Der Kinosaal mit 14 Fresken an den Wänden, die Szenen der griechischen Mythologie zeigen und einer Stuckdecke mit einem riesigen Deckengemälde ist 250 Quadratmeter gross und hat eine Höhe von 6,5 Metern. Die Säulen entlang der Strassenfassade deuten einen antiken Tempel an.

Sechsstöckiger Neubau daneben

Das Gebäude wird unterkellert und durch einen einstöckigen Anbau ergänzt, in dem die Restaurantküche eingebaut werden soll. Die ans Kino angebaute «Villa Mainau» an der Ecke Seefeld-/Mainaustrasse wird abgebrochen und durch einen sechsstöckigen Neubau mit Gewerbe- und Büroflächen sowie neun Wohnungen ersetzt. (SDA)

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