Linie Bern–Olten
Keine zusätzlichen Züge nach Langenthal

Der Regierungsrat hat kein Musikgehör für den Ruf von zwölf Oberaargauer Grossrätinnen und Grossräten aller politischen Couleur: Er lehnt deren gemeinsam eingereichte Motion «Halbstundentakt Interregio Bern-Olten bis Mitternacht» ab.

Bruno Utz
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Der Halbstundentakt sollte nicht nur tagsüber, sondern bis Mitternacht gelten, fordern Grossräte. uby

Der Halbstundentakt sollte nicht nur tagsüber, sondern bis Mitternacht gelten, fordern Grossräte. uby

Solothurner Zeitung

Angeführt von Adrian Wüthrich (SP/Huttwil) fordern die Grossräte, die fehlenden Spätverbindungen auf der Interregio-Strecke Bern-Burgdorf-Herzogenbuchsee-Langenthal-Olten. seien einzurichten. Verliefen die Verhandlungen der Regierung mit den SBB ergebnislos, so solle der Kanton die zwei fehlenden Zugpaare, die es für den integralen Halbstundentakt bis Mitternacht brauche, bei den SBB bestellen.

«Damit würde ungefähr die Situation vor dem Fahrplanwechsel 2009 wieder hergestellt», schreiben die Motionäre. «Wer sonntags bis donnerstags von Zürich in den Oberaargau zurück will, muss heute bereits um 23Uhr auf den Zug. Dies ist viel zu früh für Konzerte, lange Filme, Theater oder auch einfach für den Ausgang», erklären die Motionäre.

Laut der regierungsrätlichen Antwort erachtet dieser das Fernverkehrsangebot auf der Linie Bern-Burgdorf-Langenthal-Olten grundsätzlich als ausreichend.

Eine Million Franken jährlich

Gemäss Angaben der SBB benutzten derzeit auf der erwähnten Strecke rund 90 Personen die Spätzüge in Richtung Olten und rund 60 Personen in Richtung Bern. Die heutige Erreichbarkeit des Oberaargaus und des Emmentals aus Richtung Zürich am späten Abend sei vergleichbar mit derjenigen im Korridor Olten-Biel.

Zwei zusätzliche Zugsverbindungen pro Richtung würde den Kanton pro Jahr rund eine Million Franken kosten: «Solche freiwilligen Zusatzausgaben kann sich der Kanton angesichts der finanzpolitischen Lage aber nicht leisten», winkt der Regierungsrat ab. Auch die jährlich eine halbe Million Franken kostende Variante, die bestehenden Regionalzüge von Olten nach Langenthal spätabends bis Burgdorf zu verlängern, lehnt der Regierungsrat ab. Zudem würde damit die Erreichbarkeit von Herzogenbuchsee und Langenthal ab Bern nur unwesentlich verbessert, wegen der schlechten Vertaktung der Angebote. Mit der Annahme der Motion würden falsche Signale gesetzt, betont der Regierungsrat.

Unterstützung aller elf weiteren Grossräte benötigt

«Die etwas ‹mutze› Antwort hat mich enttäuscht», kommentiert Erstunterzeichner Wüthrich den regierungsrätlichen Bescheid. Der Vergleich mit der Jurasüdfusslinie Biel-Olten mute komisch an. «Korrekt wäre ein Vergleich des Oberaargaus mit Anschlüssen auf S-Bahn-Linien. Und in dieser Beziehung sind wir tatsächlich schlechter gestellt.»

Ob er in der Septembersession am Vorstoss festhalten werde, hänge von der Haltung der Mitmotionäre ab. Um Erfolg zu haben, brauche es die Unterstützung aller elf weiteren Grossräte und die Mithilfe von deren Fraktionen.

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