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Keine Angst, aber Respekt vor den Pflastersteinen

Dominic von Burg wird an der Rundfahrt von Paris-Roubaix fahren. Der erst 16-jährige Madiswiler weiss: übers Kopfsteinpflaster wird die Fahrt besonders schwierig.

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Dominic von Burg.

Dominic von Burg.

Monique Iseli

Warum er überhaupt so ein Rennen fahre, wurde Dominic von Burg von vielen Leuten gefragt, die über den gepflasterten Belag am Paris-Roubaix Bescheid wissen. «Zu Recht», meint der 16-jährige Fahrer des Radrennklubs Zürich. Nicht grundlos wird die Strecke unter Insidern die «Hölle des Nordens» genannt. Von Burg befährt mit seinem Team die letzten 120 Kilometer der Strecke, welche die Profis zwei Stunden später in Angriff nehmen werden.

«Paris-Roubaix ist eines der wenigen Rennen, an dem wir schon einen Teil der Profi-Strecke fahren können», erklärt der Madiswiler. «Für mich ist das eine spezielle und schöne Erfahrung.» Dass es aber nicht leicht wird, darüber ist er sich im Klaren. Insgesamt 16 Streckenabschnitte sind Kopfsteinpflaster. «Das Material leidet unter diesen Umständen natürlich sehr», weiss der angehende Konstrukteur im ersten Lehrjahr. «Bei den Profis ist der Verschleiss riesig.»

Grosse Belastung für Fahrer

Doch nicht nur die Velos sind einer grossen Belastung ausgesetzt, sondern auch die Fahrer selbst. «Es wird wehtun», sagt von Burg etwas nachdenklich. «Um die Schläge zu dämpfen, haben wir breitere Pneus und ein doppeltes Band um den Lenker.» Das Sturzrisiko sei wegen der vielen Schlaglöcher um einiges höher und «wenn man fällt, dann bestimmt auf einen Stein». Doch über einen Sturz will der Oberaargauer, der sich im vergangenen August eine Schlüsselbeinfraktur zugezogen hat, nicht nachdenken. «Das darf man vor einem Rennen nicht, und schon gar nicht vor Paris–Roubaix. Hat man einen Unfall, muss man damit leben.» Wenn man Angst vor einem Sturz habe, sollte man nicht an einem solchen Rennen starten. «Doch man muss Respekt vor der Strasse haben und darauf vorbereitet sein.»

Bereits seit drei Generationen ist die Familie von Burg im Radsport. Sein Vater, Präsident des Radrennklubs Nordwest, war schon ein begeisterter Rennfahrer und ebenfalls der Grossvater. Dass er vor zwei Wochen als jüngster Fahrer des Teams von Nationaltrainer Daniel Gisiger für den Paris-Roubaix aufgeboten wurde, lässt beim 16-Jährigen ein wenig Stolz aufkommen. Dass er sein Team unterstützen kann, lässt von Burg durch seine gute Form vermuten. Vielleicht reiche es dieses Jahr auch für die EM oder sogar WM. An positiver Einstellung, Wille und Begeisterung fehlt es dem jungen Radtalent sicher nicht. (mis)

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