Sommerkino
Kein UBS-Geld mehr für das Langenthaler Sommerkino

Die Grossbank steigt Ende 2011 als Sponsorin aus – davon betroffen sind die Langenthaler Veranstalter. Sie sind nun auf der Suche nach neuen Geldgebern.

Tobias Granwehr
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Das Langenthaler Sommerkino muss ab 2012 ohne den Sponsor UBS auskommen. archiv/bar

Das Langenthaler Sommerkino muss ab 2012 ohne den Sponsor UBS auskommen. archiv/bar

Solothurner Zeitung

An einem schönen Sommerabend gemütlich unter freiem Himmel einen Kinofilm schauen – das gönnen sich jedes Jahr viele Schweizerinnen und Schweizer. Das wird auch in Zukunft so sein; das Umfeld für die Veranstalter von Open-Air-Kinos wird jedoch schwieriger. Die UBS, die seit 19 Jahren zahlreiche Open-Air-Kinos in der Schweiz unterstützt, beendet auf Ende dieses Jahres ihr Engagement. Das berichtete der «Tages-Anzeiger». Davon betroffen ist auch das Sommerkino Langenthal, das seit Jahren auf die Grossbank als Hauptsponsorin zählen durfte.

Gemäss Dominique Scheiwiller sind landesweit alle Open-Air-Kinos, die von der Bank gesponsert wurden, betroffen. Auslaufende Sponsoringverträge würden immer detailliert betrachtet, sagt die Mediensprecherin der UBS. «Wir schauen, ob wir unsere Zielsetzungen erreichten, wie viel Entwicklungspotenzial vorhanden ist und in welchem Verhältnis Kosten und Nutzen stehen.» Bei den Open-Air-Kinos habe die UBS festgestellt, dass die Gesamtinvestition nicht mehr im «idealen Verhältnis zum Nutzen» stehe, so Scheiwiller. Zudem sei das Entwicklungspotenzial bei den Anlässen nur eingeschränkt vorhanden.

Rita Soom, zusammen mit Partner Marcel Marti Organisatorin des Langenthaler Sommerkinos, erklärt: «Wir waren im ersten Moment etwas geschockt. Doch wir können auch froh sein, dass wir so viele Jahre unterstützt wurden», sagt Soom. Es sei schon etwas traurig, die Zusammenarbeit mit der UBS sei sehr gut gewesen. Es sei zudem einmalig, dass in Langenthal der Anlass gleich neben der Bankfiliale stattfinde. «Bessere Werbung gibt es für die Bank doch gar nicht», sagt sie.

Interessierte Firmen melden sich

Soom verdeutlicht, wie wichtig die Bank als Sponsorin des Sommerkinos ist: Das letzte Jahr war für die beiden Organisatoren ein Desaster. Einerseits fiel ausgerechnet der Film mit dem grössten Zuschaueraufmarsch aus, weil die Technik streikte. Zudem hatten sie viel Wetterpech.

Das habe ein Loch in die Kasse gerissen. Doch die UBS half ihnen, dieses Risiko zu tragen. Für Soom ist das nicht selbstverständlich. Ohne diese Unterstützung wäre es nach der letztjährigen Ausgabe kaum weitergegangen. Dieses Jahr findet nun doch zum zwölften Mal das Sommerkino zwischen Choufhüsi und UBS statt (4. bis 17. August). Und geht es nach Soom und Marti, sollen weitere folgen.

Dafür braucht es aber neue Sponsoren. Sie seien in der guten Lage, dass sich interessierte Firmen bei ihnen meldeten, sagt sie. Es werde jedoch nötig, den Anlass in Zukunft breiter abzustützen, wenn kein gleichwertiger Ersatz für die UBS einspringe. Soom könnte sich vorstellen, mit der UBS-Filiale Langenthal im kleineren Rahmen zusammenzuarbeiten. Entsprechende Gespräche habe es aber noch keine gegeben. «Sollte dies möglich sein, würden wir keine neue Bank als Sponsorin suchen», sagt die Wirtin des Restaurants La Piazzetta.

Ob sich die Langenthaler Filiale allenfalls engagiert, sei grundsätzlich offen, sagt UBS-Sprecherin Scheiwiller. Die Filiale würde eine entsprechende Anfrage prüfen. Über den bisherigen Umfang der Leistungen für die Open-Air-Kinos informiert die UBS nicht öffentlich. Bekannt ist einzig, dass die Grossbank weltweit einen höheren zweistelligen Millionenbereich für Sponsoring ausgibt.

Gemäss UBS seien die Betreiber der Open-Air-Kinos frühzeitig – Ende vergangenen Jahres – über den Schritt informiert worden. Dies bestätigt Rita Soom. Für die Suche neuer (Haupt)-Sponsoren bleibt ihnen somit genügend Zeit, da die Verträge mit der UBS für diese Kinosaison noch gültig sind.