Huttwil
Kein Pubfest mehr im Sportzentrum

Die Silvesterparty in Huttwil war «gut» – aber sie passt wie das Pubfest nicht mehr ins Konzept. Es sei an der Zeit, einen neuen Event zu kreieren, heisst es.

Johannes Reichen
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Solothurner Zeitung

An Silvester haben gemäss den Veranstaltern 1700 Personen das grosse Festival im Sportzentrum Huttwil besucht. «Es war gut», sagt Bruno Aebi, Geschäftsführer und Veranstalter von «BOOSTit» aus Worb. Zwar kamen etwa 300 Besucher weniger als im Vorjahr, dafür hätten sich die verschiedenen «Verbesserungen», etwa neue Garderoben, ausbezahlt.

Erstmals verkehrten während einer Party im Sportzentrum Shuttlebusse von den Bahnhöfen in Sumiswald und Huttwil nach Schwarzenbach. «Die Busse wurden nicht schlecht benutzt», sagt Aebi. Am Neujahrstag dagegen, als im Sportzentrum nochmals gefeiert wurde (mit 800 Besuchern), seien die meisten mit dem Privatauto gekommen. An der Party mit den beiden Hauptprotagonisten, den «RTL-Autohändlern» Jörg und Dragan, ist es ruhig geblieben. Ein kleines Handgemenge nur, «das ist normal», sagt Aebi.

«Unliebsame Umtriebe»

In Zukunft dürfte es allerdings noch stiller werden im Sporzentrum. Im Frühling werde sicher kein Bar- und Pubfestival mehr stattfinden, sagt Aebi, und er lässt durchblicken, dass dieses Partykonzept etwas aus der Mode gekommen und es jetzt Zeit sei, einen «neuen Event» zu kreieren. Noch im Januar aber werde es Verhandlungen mit dem Sportzentrum geben. Dort ist man zum gleichen Schluss gekommen – mit anderer Begründung allerdings.

«Anlässe wie das Pubfest oder die Silvesterparty passen nicht mehr ins Konzept eines Sportzentrums», sagt Walter Ryser, Unternehmenssprecher von Bösiger Langenthal, welches das Sportzentrum betreibt. Wenn es weiter Partys geben werde, dann in einem anderen Stil. Will heissen: stilvoller.

Kein grundsätzliches Nein

«Wir sagen nicht grundsätzlich Nein zu Partys», sagt Ryser im Hinblick auf die Gespräche mit «BOOSTit». Nicht zuletzt aber wird in Bars, Pubs und am Silvesterabend Alkohol getrunken – unpassend für ein Sportzentrum. Und vor allem die Pubfestivals hätten manchmal wegen des vielen Lärms und Abfalls einen etwas «bitteren Nachgeschmack» hinterlassen, sagt Ryser. Derlei «unliebsame Umtriebe» sollen künftig vermieden werden. Das bedeutet das Ende einer Beinahe-Tradition: 13-mal fand in Huttwil über Ostern das «BarcityFestival» statt.

In Schwarzenbach soll die Musik aber nicht völlig abgedreht werden. Konzerte wie jene von «Deep Purple» oder Helene Fischer im vergangenen November oder die Open Airs im Sommer werde es auch weiterhin geben. Solche «Top-Anlässe» seien wichtig für das Sportzentrum. Und sie relativierten auch die Besucherzahlen der Silvesterparty. «Zu ‹Deep Purple›», sagt Ryser, «kamen 4500 Besucher.»