Oetwil
Katze mit verbranntem Bauch gefunden

Katze Negrita, die im Quartier frei lebte, wurde mit Verbrennungen dritten bis vierten Grades aufgefunden. Das Tier musste vor einer Woche eingeschläfert werden.

Katja Landolt
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Susanne Abegg hängt Flyer auf, um die Oetwiler auf die Tierquäler aufmerksam zu machen.

Susanne Abegg hängt Flyer auf, um die Oetwiler auf die Tierquäler aufmerksam zu machen.

Susanne Abegg hängt Flyer im Oetwiler Oberdorf auf. «Katzen-Tierquäler – Hilfe und Aufmerksamkeit von allen Tierfreunden gefordert!» Der Hintergrund ist abscheulich: Katze Negrita, die im Quartier frei lebte, wurde mit Verbrennungen dritten bis vierten Grades aufgefunden. Das Tier musste vor einer Woche eingeschläfert werden.

Obwohl Negrita ihr nicht gehörte, fühlte sich Abegg, selbst leidenschaftliches Katzenmami, verantwortlich für sie: «Als ich vor 15 Jahren hierhergezogen bin, lebte sie bereits in der alten Scheune.». Sie habe sie gemeinsam mit zwei Nachbarn abwechslungsweise gefüttert, jeden Sommer dafür gesorgt, dass Negritas Nachwuchs platziert werden konnte, und später dann auch kastrieren lassen. «Negrita hat jeweils vor dem Haus auf mich gewartet», sagt die Oetwilerin.Sie sei ein schlaues Tier gewesen, und ein verwegenes dazu. «Sie hat sich ab und zu mit anderen Katzen geprügelt und blieb manchmal tagelang verschwunden.»

«Sie sass da wie ausgestopft»

Vor dem Haus, da fand sie Negrita auch am vorletzten Sonntag. Zurückgezogen sass sie in der hintersten Ecke. «Sie war ganz apathisch, machte keinen Wank. Sie sass da wie ausgestopft», sagt Abegg. Selbst die Lockversuche mit Kaffeerahm nützten nichts. «Dabei hatte sie Kaffeerahm immer so gern.» Als Negrita auch am Montag nicht auftauchte, machte sie sich langsam Sorgen. Am Dienstag, dem 24. Juli, sei Negrita wieder aufgetaucht.

«Ich wollte sie hochheben.» «Als ich ihren Bauch anfasste, hätte ich sie am liebsten wieder fallen gelassen. Es fühlte sich an, als hätte ich einen aufgerauten Stein in den Händen.» Der komplette Bauch war verkrustet, wie eine verklebte, harte Platte. «Die Tierärztin sagte mir, die Wunde stamme von einer Verbrennung.» Zudem hatten sich Maden in der Wunde eingenistet. Negrita konnte nicht mehr geholfen werden. Sie wurde eingeschläfert.

Keine Anzeige erstattet

Die Katzenliebhaberin ist überzeugt, dass Menschen Negrita diese Verbrennungen zugefügt haben. «Keine Katze würde in ein offenes Feuer springen, ausserdem hätte sie dann auch verletzte Pfötchen gehabt», sagt sie. Diese seien aber unversehrt gewesen. Trotzdem hat sie keine Anzeige bei der Polizei erstattet. «Es wäre eine Anzeige gegen unbekannt», sagt sie und winkt ab. «Da passiert ja dann doch nichts.»

Einen Verdacht, wer die Katze angezündet haben könnte, will sie nicht äussern. «Wenn ich jemanden anschuldigen würde, müsste ich das beweisen können.» Abegg setzt deshalb auf die Flyer und hofft, dass sich jemand meldet, der etwas beobachtet hat. Vielleicht sei auch jemandem eine Person mit zerkratzten Händen aufgefallen. Sie ist sich sicher: «Negrita hat sich aus Leibeskräften gewehrt.»