Herzogenbuchsee
Käsergenossenschaft Melchau rettet die Chäsi

Nachdem der Nachfolger von Karl und Veronika Kühne kurzfristig abgesprungen ist, hat sich mit der Käsereigenossenschaft Melchnau nun doch noch eine Lösung für die Chäsi gefunden.

Andrea Marthaler
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Veronika und Karl Kühne können bald die Pension geniessen. ama

Veronika und Karl Kühne können bald die Pension geniessen. ama

Solothurner Zeitung

Am 5. April werden Veronika (66) und Karl Kühne (67) ihre Chäsi an der Wangenstrasse in Herzogenbuchsee zum letzten Mal abschliessen. Geschlossen bleibt sie aber lediglich einen Tag. Denn bereits am 7. April wird das Lädeli wieder geöffnet – die Käsereigenossenschaft Melchnau hat sich dazu entschlossen, die Chäsi zu übernehmen.

Dass sich so schnell ein Nachfolger gefunden hat, ist nicht selbstverständlich. Erst einige Tage zuvor hat der ursprünglich vorgesehene Nachfolger – der Vertrag war schon verschickt – telefonisch einen Rückzieher gemacht. «Davon haben wir erfahren. Dann ist alles sehr schnell gegangen», sagt Hansjörg Trösch, Betriebsleiter und Käsermeister der Käsereigenossenschaft Melchnau. «Wir haben schon länger nach einer Expansionsmöglichkeit gesucht und denken, es ist der richtige Schritt, das Geschäft in Buchsi zu übernehmen.» Anders als an einem anderen Ort, ist die Chäsi dort im Dorf etabliert. Trösch hofft, dadurch den Kundenstamm übernehmen zu können.

Suche nach Filialleiter läuft

Allerdings geht die Übernahme derart schnell vonstatten, dass es noch nicht einmal einen neuen Filialleiter gibt. Trösch wird in den nächsten Tagen ein entsprechendes Inserat publizieren. Vielleicht läuft es aber auch ähnlich schnell, wie bei der Übernahme, denn bereits habe sich jemand mündlich bei der Genossenschaft gemeldet. Bis ein Filialleiter gefunden ist, wird Karl Kühne selber noch etwas aushelfen. Übernommen werden zudem auch die bisherigen Aushilfskräfte.

Das Ehepaar Kühne ist froh über diese Lösung. «Die Hauptsache ist, dass es weitergeht», so Veronika Kühne. «Im Quartier hätte es sonst fast nichts mehr gegeben.» Nach 29 Jahren als Pächter der Käserei freuen sie sich nun, aufzuhören.