Regierungsrat
Kanton Zürich will den Umgang mit gewaltbereiten Personen verbessern

Gewaltbereite Personen stellen das Personal in psychiatrischen Kliniken, im Gefängnis oder Heimen regelmässig vor Probleme. Um die Verantwortlichen dieser Institutionen besser zu unterstützen, schafft der Kanton eine Abklärungs- und Beratungsstelle.

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Auch in Gefängnissen sollen Abklärungs- und Beratungsstellen für den Schutz des Personals eingerichtet werden.

Auch in Gefängnissen sollen Abklärungs- und Beratungsstellen für den Schutz des Personals eingerichtet werden.

Keystone

Das Ziel sei eine koordinierte Beratung für den Umgang mit gewaltbereiten Personen, heisst es in der Mitteilung des Zürcher Regierungsrates vom Donnerstag. Die Abklärungs- und Beratungsstelle beurteilt das Gefährdungspotenzial gewaltbereiter Personen und berät das Personal in der Frage, wie mit diesen umzugehen ist.

Die Stelle wird vorerst als dreijähriges Pilotprojekt geführt. Die Kosten dafür betragen gemäss Mitteilung 300'000 Franken pro Jahr. Vorgeschlagen wurde die neue Beratungsstelle von einer Arbeitsgruppe aus der Direktion der Justiz und des Innern, der Gesundheitsdirektion und der Sicherheitsdirektion.

Im Frühjahr soll die Arbeit aufgenommen werden

Elmar Habermeyer, Chefarzt am Zentrum für Forensische Psychiatrie, hofft, dass die neue Stelle im nächsten Frühjahr, «wenns gut geht per 1. März», ihre Arbeit aufnehmen wird. In jedem Fall würden ein Arzt und eine Person aus dem Pflegebereich dort tätig sein, sagte er auf Anfrage der sda. Welche weiteren Personen es noch brauche, sei noch offen.

Als zusätzliche Unterstützung für das betroffene Personal unterhält die Oberstaatsanwaltschaft eine Anlaufstelle, bei der Rat über strafprozessuale Möglichkeiten eingeholt werden kann. Bei Bedarf sollen ausserdem auch zeitlich begrenzte Kriseninterventionen im Zentrum für Forensische Psychiatrie der Psychiatrischen Uniklinik möglich sein.

Die dreijährige Pilotphase soll Aufschluss darüber bringen, wie viele gesicherte Unterbringungs- und Betreuungsplätze es im Kanton braucht, wie hoch der Grad an Gewaltbereitschaft ist und wie langfristig mit den gewaltbereiten Personen umzugehen ist.