Ratgeber Gesundheit
Kalzium gegen Osteoporose?

Meine Frauenärztin empfiehlt mir zur Vorbeugung einer Osteoporose die Einnahme eines Kalziumpräparates. Eine Knochendichtemessung hat jedoch nichts Auffälliges gezeigt. Nun bin ich etwas verunsichert: Was soll ich tun ? Frau G. G. aus W.

Dr. med. Andreas Thueler, Chefarzt Rehabilitation und Rheumatologie am KSB
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Gesundheit Aargau

Die Diskussion bezüglich Kalzium und Vitamin D3 wird zum Teil sehr kontrovers geführt. Damit verbunden ist die Frage nach der optimalenTherapie bei Knochenverlust (Osteopenie und Osteoporose). Was zuerst einfach scheint, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als hochkomplex. Kalzium ist ein wichtiges Mineral in unserem Körper. Bereits kleinste Abweichungen der mittleren Blutkonzentration können schwerwiegende Störungen bewirken (Herzrhythmusstörungen, Psychosen, Muskelkrämpfe). Eine Kaskade von Hormonen, Vitaminen und Botenstoffen reguliert deshalb den Kalziumhaushalt im Blut.

Wird dem Körper zu wenig zugeführt, holt er sich das Kalzium aus dem Reservoir der Knochen. Wenn zu viel zugeführt wird, scheidet die Niere das überschüssige Kalzium aus.

Damit Kalzium in den Knochen eingebaut wird, braucht es die Hilfe von Vitamin D3. Die maximale Knochenmasse wird bis zum Ende des Wachstums aufgebaut (bis etwa zum 20.Lebensjahr). Danach bleibt sie bis zum 30. Lebensjahr stabil und nimmt danach kontinuierlich ab. Ein wesentlicher Knochenaufbau jenseits des 20. Lebensjahres ist also nicht mehr möglich. Damit aber nicht zu viel Knochen abgebaut wird, sollten dem Körper genügend Kalzium und Vitamin D3 zugeführt werden. Beim Kalzium gilt eine tägliche Einnahme von 800 mg bis 1200 mg als genügend. Durch geeignete Ernährung kann diese Menge in der Regel problemlos erreicht werden. Beim Vitamin D ist die Situation schwieriger. Allein durch Ernährung kann der Tagesbedarf kaum gedeckt werden. Es kommt in grösseren Mengen zum Beispiel nur in fettigen Fischen (Aal, Thunfisch, Lachs) oder Nüssen vor. Sonnenbestrahlung hilft, dass Vorstufen von Vitamin D umgewandelt werden. Empfohlene Sonnenschutzprodukte verhindern dies aber.

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt folgende tägliche Zufuhr von Vitamin D3: im ersten Lebensjahr 400 IE (10 g), vom 2. bis 59. Lebensjahr 600 IE (15 g) und ab dem 60.Lebensjahr 800 IE (20 g).

Einige Studien haben gezeigt, dass alleiniger Ersatz von Kalzium das Risiko von Herz-Kreislauf-Krankheiten steigern kann. Für Kombinationspräparate (Kalzium und Vitamin D3) gilt das nach heutigem Kenntnisstand nicht.