Huttwil
Jetzt klagt Falcons-Chef Bösiger gegen die Nationalliga

Jetzt rattert im «Huttwiler Sommertheater» auch der Justizapparat: Markus Bösiger hat gegen die Nationalliga GmbH eine Schiedsgerichts-Klage eingereicht. Sie hat den Huttwil Falcons den sportlich einwandfrei erkämpften NLB-Aufstieg verweigert.

Merken
Drucken
Teilen
Markus Bösiger klagt

Markus Bösiger klagt

Aargauer Zeitung

Nun hat Falcons-Besitzer Markus Bösiger seine Drohung wahr gemacht und den Rechtsweg beschritten.

Der Weg einer so genannten Schiedsgerichts-Klage wird dann beschritten, wenn ein rasches Urteil gesucht wird. Das Urteil wird Anfang Juli erwartet und ist nicht rekurrierbar. Das Schiedsgericht besteht aus drei Personen: Bösiger und die Nationalliga GmbH nominieren je einen Vertreter; diese beiden einigen sich dann auf einen neutralen Schiedsgerichts-Präsidenten. Für Bösiger steigt Roger Meiser in den Ring, für die Nationalliga Stephan Netzle und als Präsident amtiert Hansjörg Stutzer.

Drei mögliche Urteile

Drei Urteile sind möglich. Erstens: ein Freispruch für die Liga. Dann ist der Fall vom Tisch. Zweitens: eine Verurteilung der Liga mit der Aufforderung, den Huttwil Falcons den NLB-Aufstieg sofort zu bewilligen. Drittens: die Anweisung an die Liga, das ganze Verfahren wegen Formfehler zu wiederholen. Variante drei ist die wahrscheinlichste. In diesem Falle müsste die Liga das Gesuch der Huttwil Falcons noch einmal beurteilen.

Bösiger hat formell noch einmal ein Aufstiegsgesuch für die Falcons eingereicht. Auf den ersten Blick scheint ein solches Gesuch absurd. Denn die Falcons werden so oder so die NLB-Meisterschaft nicht bestreiten. Sie beteiligen sich nächste Saison nicht mehr an der Meisterschaft. Die meisten Spieler haben die Mannschaft bereits verlassen. Es geht um etwas ganz anderes: Das «Phantom-Gesuch» hat rein juristischen Charakter, um ein Urteil gegen die Nationalliga GmbH erwirken zu können. Dieses Urteil wird dann die «juristische Waffe» für allfällige Schadenersatzforderungen gegen die Nationalliga.

Bösiger hat ausser Anwaltskosten nichts zu verlieren. Die Nationalliga GmbH hingegen wird in eine ungemütliche Lage geraten, wenn sie vor dem Schiedsgericht keinen Freispruch erreicht. (kza)