Wohungsmarkt
In Zürich stehen noch immer wenige Wohnungen leer

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt im Kanton Zürich bleibt angespannt. Die Zahl der leeren Wohnungen ist im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen. Nur in wenigen Regionen und Städten, so etwa in Zürich, lässt sich eine Zunahme beobachten.

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Weiterhin nur wenige leere Wohnungen im Kanton Zürich (Symbolbild)

Weiterhin nur wenige leere Wohnungen im Kanton Zürich (Symbolbild)

Keystone

Am 1. Juni 2012 standen kantonsweit gerade einmal 3859 Wohnungen leer, das sind 529 weniger als im Vorjahr. Die kantonale Leerwohnungsziffer liegt damit bei 0,56 Prozent (Vorjahr: 0,65 Prozent), wie das kantonale Statistische Amt und Statistik Stadt Zürich am Mittwoch gemeinsam mitteilten.

Leicht zugenommen hat die Anzahl leerer Wohnungen in Zürich, wo am Stichtag 206 Wohnungen leer standen. Im Jahr davor waren es noch 125. Angesichts einer Leerwohnungsziffer von 0,10 Prozent (Vorjahr: 0,06 Prozent) bleibt die Wohnungsnot allerdings weiterhin gross.

Auffällig ist, dass 61 der leer stehenden Wohnungen in Zürich Neubauten sind, die innerhalb der letzten zwei Jahre erstellt wurden. Im Vorjahr waren es nur 14.

Insgesamt wurden in der Stadt Zürich 2307 Wohnungen gebaut, soviel wie seit Mitte der Siebzigerjahre nicht mehr. Die meisten entstanden in den Kreisen 4 und 11. Mehr als zwei Drittel aller leeren Neubauwohnungen liegen in diesen Stadtgebieten.

Anhaltender Bevölkerungsdruck

Dass es im Kanton weiterhin nur wenige freie Wohnungen gibt, führen die Statistiker auf den anhaltenden Bevölkerungsdruck zurück. Eine Zunahme verzeichneten sie lediglich in jenen Gebieten, in denen im letzten Jahr besonders viel gebaut wurde.

Nebst Zürich trifft dies etwa auf das Limmattal sowie auf das Oberland um Uster und Wetzikon zu. Mehr leere Wohnungen gibt es auch in eher auf das Hochpreissegment ausgerichteten Zürichseegemeinden.

In den anderen Gebieten des Kantons ist die Entwicklung des Leerwohnungsbestandes dagegen weiterhin rückläufig - und dies trotz regen Wohnungsbaus, wie es in der Mitteilung heisst. So entstanden in Adliswil zwar in den Jahren 2010 und 2011 über 500 neue Wohnungen. Von diesen standen Mitte 2012 jedoch nur noch wenige leer.

Zugespitzt hat sich die Situation auch in Winterthur, wo in den Jahren 2009 und 2010 je 760, im 2011 aber nur noch 450 neue Wohnungen auf den Markt kamen. Auch im Glatttal ist der Bestand an leeren Wohnungen zurückgegangen.

Die Leerwohnungszählung wird seit 1974 nach Vorgaben des Bundes durchgeführt und erfasst bei allen Gemeinden die am 1. Juni leer stehenden Wohnungen, die entweder zur Miete oder zum Kauf angeboten werden. Leerwohnungen, die zwar unbewohnt, jedoch schon vermietet oder verkauft sind, werden nicht erfasst. (sda)