Langenthal
In Langenthal sollen sich mehr Gewerbler politisch engagieren

An der 159. Hauptversammlung des Gewerbevereins Langenthal orientiert Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) über die Zukunft des Martkhallenareals. Zum 160-jährigen Bestehen des Vereins wagte Gewerbepräsident Kurt Wyss einen Blick in die Vergangenheit.

Ernst Glur
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Der Stadtpräsident sagt, die Markthalle sei wichtig und eine Chance für Langenthal.Archiv/bar

Der Stadtpräsident sagt, die Markthalle sei wichtig und eine Chance für Langenthal.Archiv/bar

Ein Gewerbeball am 1. Juni im Hotel Bären soll daran erinnern, dass der Gewerbeverein Langenthal in diesem Jahr sein 160-jähriges Bestehen feiern kann. Dieser Meilenstein benutzte Gewerbepräsident Kurt Wyss einleitend an der 159. Generalversammlung zu einem Rückblick in die Geschichte dieses Vereins, dem gleich von Beginn an «ehrenfähige Bürger mit Wohnsitz im Kanton Bern» angehören durften.

Nachwuchsförderung seit eh und je

Ziel und Zweck hätten sich in dieser Zeitspanne – bei allerdings wesentlich anderen Rahmenbedingungen – kaum merklich verändert. Der Präsident erwähnte dann die nach wie vor hoch gehaltenen Werte um die Interessen und Stärkung des örtlichen Gewerbes und der Förderung des beruflichen Nachwuchses.

In diesem Sinne wies er auf die fortschrittliche Haltung des noch jungen Gewerbevereins Langenthal hin, als dieser bereits in seinem ersten «Lebensjahr» 1852 die Handwerkerschule mit 27 Schülern als Vorstufe zum heutigen Bildungszentrum Langenthal gründete. Mit dem Aufruf «wählt Personen, die unser Gedankengut vertreten», tat der Präsident den Schritt zu den im Herbst anstehenden Stadtrats- und Gemeinderatswahlen und zu den aktuellen Traktanden der Versammlung des Gewerbevereins.

Optimistisch gestimmter Präsident

In seinem Jahresbericht streifte Wyss dann die Aktivitäten im vergangenen Vereinsjahr, wobei er neben den Grossanlässen wie Gala, «Glatte Märit» und Sommerkino vor allem auch den Diskussionsabend rund um die zukünftige Gestaltung der Oberen Märitgasse erwähnte. So sei die Detailprojektierung für das laufende Jahr vorgesehen, «damit endlich die Umgestaltung und Attraktivierung an die Hand genommen werden kann». In seinen Optimismus schloss Wyss dann auch den erneut erhöhten Bestand auf 351 Mitglieder ein.

Ebenfalls mit einem positiven Resultat von 6744 Franken schloss die von Kassier Salvatore Fasciana präsentierte Jahresrechnung. Mit einem Verlust von 13150 Franken rechnet dagegen das Budget 2012. Allerdings dürfte das vorsichtig budgetierte Plattengeschäft als Haupteinnahmenquelle die Zahlen des auf solidem Finanzfundament stehenden Vereins gemäss Vorstand noch etwas «aufpolieren». Wegen erhöhter Verbandsabgaben wurde der Mitgliederbeitrag von 120 auf 150 Franken angehoben.

«Markthalle ist eine Chance für Langenthal»

Im Tätigkeitsprogramm wertete der Präsident den Social-Media-Vortrag vom 3. Mai als «für alle Mitglieder empfehlenswert.» Dabei werden den Gewerbetreibenden die Vorteile im Umgang mit den Twitter- und Facebook-Medien erläutert. Vom 9. bis 11. November schliesslich steht wiederum der «Glatte Märit» auf dem Programm. Allerdings wird dafür dringend nach neuen Ideen gesucht. Bei den Wahlgeschäften wurde neu Walter Ryser von der artext GmbH als Verantwortlicher für Mitgliederwerbung und Betreuung der Homepage in den Vorstand gewählt. Verabschiedet wurden Beat Rieder, Roland Kohler und Christof Lang.

Über die Zukunft des Markthallenareals orientierte schliesslich Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP). Dabei sprach er von einem Zeithorizont von 30 bis 50 Jahren, wobei er die Markthalle «als wichtig und eine Chance für Langenthal» bezeichnete. Noch stehen aber viele Fragen bezüglich eines Neu- oder Ausbaus des gesamten Areals im Raum. Mit dem Bahnhof-, dem Mühle und dem «Porzi»-Areal seien weitere Gebiete teilweise mit Zwischennutzungen belegt. Für das Markthallenareal wolle die Stadt die Identität und den Charakter behalten, wobei eine Umgestaltung ins Stadtbild passen müsse, erklärte der Stadtpräsident.

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