Rüdtligen-Alchenflüh
In jedem Schulzimmer steckt ein Museum

Das Schulhaus Rüdtligen-Alchenflüh beherbergt heute zehn Miniversionen von Museen. Am Projekt haben die Schüler während fünf Tagen gearbeitet. Und herausgekommen ist vielfältiges Kunstschaffen.

Andrea Marthaler
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Letzter Schliff im Papiermuseum der 3./4. Klasse.

Letzter Schliff im Papiermuseum der 3./4. Klasse.

Bunt bemalt ist das Schulhaus in Rüdtligen-Alchenflüh schon seit letztem Sommer. Damals verschönerte der Künstler Pierre Mettraux mit den Schülern die Betonwände. In der letzten Woche beschäftigten sich einige Schüler nochmals intensiv mit Kunst. Zwar ging es dieses Mal nicht um das Gestalten selber, sondern um Museen. Jede Klasse wählte ein Museum und hatte fünf Tage Zeit, dieses zu besuchen und Aspekte aus dem Museum aufzugreifen.

Neben Kunstmuseen wie dem Museum Franz Gertsch in Burgdorf, dem Zentrum Paul Klee und dem Espace in Fribourg mit Werken von Tinguely und Niki de Saint Phalle wurden auch das Verkehrshaus in Luzern sowie das Naturmuseum Solothurn Inhalt von Schulstunden.

Bis zum Mittag müssen alle Bilder aufgehängt sein, wie diese von der 5./6. Klasse

Bis zum Mittag müssen alle Bilder aufgehängt sein, wie diese von der 5./6. Klasse

«Die Idee hatte ich von einer Lehrerkollegin übernommen», sagt Projektleiterin Ilona Lauwiner. Da sie selber kunstinteressiert sei, war sie begeistert. Auch im Lehrerkollegium fand die Idee Anklang. «Damit zeigen wir den Schülern: Museen sind nicht alt und verstaubt», erklärt Schulleiter Martin Imobersteg. Zumal immer mehr Museen sich engagieren, um den Kindern und Jugendlichen wirklich etwas zu bieten.

Zehn Museen unter einem Dach

Mit dem Museumsbesuch und dem Nachbereiten im Klassenzimmer sollte die Arbeit aber nicht abgeschlossen sein. Nein, die Schule Rüdtligen-Alchenflüh packte die Gelegenheit der Projekttage und verwandelte ihre Räumlichkeiten ebenfalls in ein Museum. In zehn Minimuseen in Klassenzimmern zeigen die Schüler, was ihnen aus dem Museum geblieben ist, und vermitteln ihr Wissen den Besuchern weiter. «Dabei amten sie als Museumsaufsicht und machen Führungen», sagt Lauwiner.

Ihre 5./6. Klasse, die im Franz Gertsch Museum war, demonstriert zum Beispiel, wie man am Computer zeichnen kann. Die Klasse von Schulleiter Imobersteg nahm Ideen aus dem Verkehrshaus auf und gestaltete verschiedene Posten. Zum Beispiel ist ein alter Fahrplan zu sehen. Auch gibt es ein Museumscafé.

Für einmal konnten die Schüler ihr Projektthema nicht aus einem ganzen Katalog aussuchen. Um schon zuvor ins Gebiet eintauchen zu können, blieben die Schüler im Klassenverband. Entsprechend waren nicht alle von Anfang an von dem von der Lehrperson gewählten Museum begeistert. «Das ist doch langweilig, nur zu malen», habe ein Schüler aus Lauwiners Klasse zu Beginn gemurrt, sagt die Lehrerin. «Er hat aber viel Freude daran bekommen.» Aufsteller sei insbesondere ein Brief an den Künstler Franz Gertsch gewesen, den die Klasse verschickt hat. Alle Schüler erhielten daraufhin eine signierte Karte.

Das «Museum» in der Schule Rüdtligen-Alchenflüh ist am heutigen Dienstag von 13.30 bis 15 Uhr sowie von 18 bis 19.30 Uhr zu bestaunen.

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