Musikwerkstatt
In Dietikon basteln sich Kinder zu Musiker

In der Musikwerkstatt improvisieren Kinder mit selbst gebauten Instrumenten. Die Kursleiterin Maja Morgenthaler ist überzeugt, dass Kinder von Natur aus gerne Musik machen.

Ly Vuong
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Maja Morgenthaler klopft ans Fenster. Die Kinder versuchen, mit zugehaltenen Augen zu erraten, um welches Geräusch es sich handelt. Einige von ihnen öffnen frech die Augen und geben «Klopfen» als Antwort. Mit dem Spiel steigt Kursleiterin Morgenthaler im Rahmen der Musikwerkstatt mit den Kindern in den Tag ein. Insgesamt 12 im Alter von drei bis sieben Jahren nahmen an dem Ferienkurs teil, der von der Freizeitanlage Chrüzacher organisiert wurde.

«Kinder machen von Natur aus gerne Musik», antwortet Morgenthaler auf die Frage, wie sie auf die Idee für die Musikwerkstatt kam. Im Kurs bastelten die Kinder Rhythmus-Instrumente wie Trommeln aus Blumentöpfen und Seidenpapier oder Rasseli aus Holz, Nägeln, Bierdeckeln und Glöckchen und brachten ihre Kreationen zum Klingen. Gestern führten die Jungmusiker die entstandenen Instrumente zum Abschluss des Kurses ihren eingeladenen Eltern vor.

Nico hat gerade eine Nagelkugel erfunden
18 Bilder
Die selbst gebastelten Instrumente der Kinder aus der Musikwerstatt
Die Gruppe singt Lieder die sie in dieser Woche gelernt haben - die Eltern können zuschauen
Die Kinder helfen nicht nur beim Guetzle sondern auch beim Putzen
Die Kinder dürfen ihrer Kreativitaet freien Lauf lassen beim Basteln
Daria und Gspänli geben den Guetzli noch einen Zuckerguss
Aus Actimel-Behälter werden Rasselil
Christoph bereitet das Tablett mit den Guezli vor
Nico und sein jüngerer Bruder Leon
Alia (links) und Sophia ueberlegen gerade was sie noch machen werden
Sophia baut ein Instrument aus Brett Wollfäden und Strohhalm
In der Musikwerkstatt gibt es auch Zeit zum Spielen 2
Nico bastelt ein Instrument aus Brett Nagel und Gummibänder
Gruppenbild mit Leiterin Maja Morgenthaler, Helfer Stefan Eberhard und Praktikantin Hannah Loew
Leonie wickelt grüne Wolle ums Rasseli als Verzierung
Guetzli backen für die Eltern die später eingeladen sind
Eros hämmert schon wie ein Profi
In der Musikwerkstatt gibt es auch Zeit zum Spielen 1

Nico hat gerade eine Nagelkugel erfunden

Ly Vuong

Auch am letzten Tag bauen noch einige fleissig an Fantasie-Instrumenten. Sie hämmern und malen, was das Zeug hält. Aus einem Holzbalken hat der 7-jährige Nico ein Zupfinstrument mit Nagel und Gummibändern hergestellt. «Gestern traf der Hammer meinen Finger», sagt er und zeigt den blauen Fleck. Es habe wehgetan, doch er habe nicht geweint, betont Nico.

Die 5-jährige Sophia bemalt ihr Instrument – bestehend aus Holzbrett, Nagel, Wollfäden und Strohhalmen – so konzentriert, dass sie ihre Umgebung vergisst. Andere backen und naschen vom Guetzliteig oder schlecken Zuckerguss. Die Guetzli wurden extra für die heute anwesenden Gäste gebacken.

Heinzelmännchen

Neben dem Guetzlen helfen die Kinder mit, Sirup zu machen, Stühle zu tragen und den Boden zu wischen, damit alles für den Besuch der Eltern bereit ist. «Bei diesem Staub rutscht man ja aus!», ruft der 6-jährige Oscar scherzend. Schliesslich sitzen alle 12 Kinder im Kreis und der grosse Moment ist gekommen: Zusammen mit der Kursleiterin, dem freiwilligen Helfer Stefan Eberhard und der Praktikantin Hannah Löw singen und musizieren sie mit ihren Instrumenten – auf dem Programm stehen Herbstlieder.

Die Eltern schauen gerührt zu. «Seit meine Töchter Leonie und Fiora hier sind, spielen sie zu Hause wieder mit ihrer Rhythmus-Kiste, die aus Rasseli und Flöte besteht», sagt Evelyn Wiss. Die Musikwerkstatt sei deshalb eine tolle Sache. «Die Kreativität wird hier gefördert», lobt Ekaterina Petrova, Mutter der 4-jährigen Daria. Auch die Kursleiterin ist sehr zufrieden mit den Kindern: «Sie haben selber viele Ideen eingebracht und gut mitgemacht».