Lehrlingsprojekt
In diesem Restaurant sind die Lehrlinge die Chefs

Im Restaurant Gastro Elemänt erwartet die Lernenden eine besondere Herausforderung. Alle zwei Monate werden sie zu Chefs und organisieren einen Anlass von A bis Z selber.

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Solothurner Zeitung

Auf die Lehrlinge wartet in den kommenden Tagen eine Herausforderung, wie sie für Lernende wohl einzigartig ist und gleichzeitig ein Highlight in der Ausbildung darstellen dürfte. «Lernende sind mehr als bloss billige Arbeitskräfte. Deshalb wollen wir ihnen auch mehr bieten», sagt dazu Peter Müller, Betriebsleiter.

In der Praxis sieht das wie folgt aus: Die Lernenden sollen unternehmerische Verantwortung übernehmen und alle zwei Monate einen zweitägigen Anlass organisieren. Sie bestimmen das Thema, stellen das Menü zusammen, sind für die Dekoration der Lokalitäten verantwortlich, planen den Personaleinsatz, entwerfen ein Werbekonzept und erstellen das Budget. Aus den Lernenden werden Chefs.

Restaurant wird zum Dschungel

An den beiden Tagen des 10. und 11. November steht die Premiere auf dem Programm, das unter dem Motto «Afrika» steht. Die Idee dazu entstand im Nachgang zur Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Die Gäste sollen dabei mit einem kulinarischen Querschnitt durch den ganzen Kontinent verwöhnt werden.

«Wir wollen ein umfassendes Afrika-Erlebnis bieten», erklärt Veton Gjakmani, der im Sommer die Lehre als Restaurationsangestellter beendete und den Lernenden als «Routinier» Schützenhilfe leistet. Dieses «AfrikaErlebnis» beinhaltet beispielsweise die Verwandlung des Restaurants in einen Dschungel. Und die Lernenden bedienen die Gäste in afrikanischen Kleidern.

Eine einmalige Chance

Die Lernenden sind sich bewusst, dass sie mit dem Projekt eine einmalige Chance geboten bekommen. «Es ist sehr motivierend, so zu arbeiten», sagt Loris Pugliano. Man lerne, über die eigene Nasenspitze hinaus zu denken. «Die Kollegen in der Berufsfachschule waren jedenfalls neidisch, als ich ihnen von unserem Projekt erzählt habe.»

Man wolle die Lernenden aus der Reserve locken, sagt Peter Müller dazu. Sie sollen Eigeninitiative entwickeln und lernen, Verantwortung zu tragen. «Denn der Arbeitsmarkt braucht keine Befehlsempfänger, er braucht selbstbewusste Fachleute.» Vorteile sieht Müller auch bei der Teamarbeit. Die Kluft, die oft zwischen Küche und Service bestehe, werde im Rahmen solcher Projekte kleiner. «Die Lernenden entwickeln ein Verständnis für die jeweils andere Seite.» (mgt)