Sozialpolitik
In der neuen Zürcher Altersstrategie ist auch das Sterben ein Thema

Die Stadt Zürich hat in einer neuen Altersstrategie die Grundlage für die künftige städtische Alterspolitik gelegt. Es solle ein bedarfsgerechtes Angebot und dessen Finanzierung sichergestellt werden, sagte Gesundheitsvorsteherin Claudia Nielsen am Donnerstag vor den Medien.

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Das Angebot im Altersbereich in Zürich soll auch in Zukunft der «zunehmenden Vielfalt des Alters» entsprechen. (Symbolbild)

Das Angebot im Altersbereich in Zürich soll auch in Zukunft der «zunehmenden Vielfalt des Alters» entsprechen. (Symbolbild)

Walter Schwager

Nielsen hofft, mit den vom Stadtrat beschlossenen zehn politischen Grundsätzen eine politische Debatte anstossen zu können. «Das Alter gehört auf die politische Agenda», sagte die Stadträtin. Es werde in der Strategie dargelegt, wohin in den nächsten fünf bis zehn Jahren die Anstrengungen, Energien und Ressourcen ihres Departements in der Alterspolitik gehen sollen.

Entscheidungshilfen für alte Menschen sollen verbessert werden

Zürich wolle weiterhin Pionierin bleiben. Das Stadtzürcher Gesundheits- und Umweltdepartement führe bereits heute eines der schweizweit umfassendsten Angebote im Altersbereich. Sie sollten auch in Zukunft der «zunehmenden Vielfalt des Alters» entsprechen.

Verbessern will die Stadt die Entscheidungshilfen für alte Menschen, damit die passenden Angebote gewählt werden können. Es werde ein «Lotsendienst» eingerichtet, welcher die ältere Bevölkerung und deren Angehörige in allen Lebensfragen unterstütze. Da mit der hohen Lebenserwartung künftiger Generationen auch die Anzahl von Menschen mit Demenzerkrankungen steige, sei ein «Haus der Demenz» in Planung.

Aterskonzept ist nicht mehr neu

Die neue Altersstrategie sei nötig, weil das bisherige Alterskonzept nicht mehr aktuell sei. Im Gegensatz zu vielen Konzepten in anderen Kantonen sei in der Stadtzürcher Altersstrategie auch der Tod ein Thema.

Auch wenn mit neuen Spitalfinanzierungsmodellen der Druck auf die Aufenthaltsdauer in den Spitälern steige, würden in den Stadtzürcher Institutionen keine sterbenden Menschen herumgeschoben, sagte Daniel Grob, Medizinischer Direktor des Stadtspitals Waid. Etwa die Hälfte der Zürcherinnen und Zürcher sterben im Spital.