Aarwangen
In Aarwangen soll eine neue, sicherere Brücke her

Die Eisenbahnbrücke in Aarwangen hat ein Jahrhundert überdauert – das hat Spuren hinterlassen. Sanieren alleine nützt nichts. Es muss eine neue Brücke her.

Christoph Neuenschwander
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Die Eisenbahnbrücke Aarwangen wurde im Jahr 1907 erbaut, bald soll sie einer neuen weichen.Fotos: UBY

Die Eisenbahnbrücke Aarwangen wurde im Jahr 1907 erbaut, bald soll sie einer neuen weichen.Fotos: UBY

Ihre Tage sind gezählt: Die Eisenbahnbrücke in Aarwangen soll schon bald ersetzt werden (az Langenthaler Tagblatt berichtete). Ein Blick auf das Projektleitblatt der Aare Seeland mobil AG (ASM) macht deutlich, weshalb: Die bestehende Brücke sei «ans Lebensende gekommen», aus Gründen der Betriebssicherheit und des Hochwasserschutzes muss eine neue her. Eine blosse Sanierung genügt nicht, denn diese wäre laut Sicherheitsbericht «nur mit grossem finanziellem Aufwand möglich». Ausserdem wären die «vorgegebenen Ziele» bezüglich Sicherheit «nicht erreichbar».

Gefährliche Hochwassersituation

Daniel Nadig, Leiter Infrastruktur der ASM, erklärt den Sachverhalt: «Wir haben 2006 und 2007 Inspektionen durchgeführt und festgestellt, dass Korrosionsschäden bestehen. 2008 haben wir die Statik nachgerechnet und anschliessend die Nutzung der Brücke limitiert.» Auch habe man bauliche Sofortmassnahmen vorgenommen, sprich im unteren Teil der Brücke Querverstrebungen zur Verstärkung eingebaut. Bei Hochwasser musste die Brücke zudem jeweils gesperrt werden. «Die Untergurte der Brücke lagen manchmal unter Wasser, was sehr gefährlich ist, weil dann von der Aare mitgerissene Baumstämme gegen die Konstruktion prallen.»

Deswegen soll die neue Brücke
70 Zentimeter weiter über dem Wasserspiegel des Flusses sein als die alte – und somit 50 Zentimeter über dem Hochwasserstand vom August 2007. Die Brücke wird dadurch insgesamt etwas höher liegen, die Gleise bleiben aber auf dem bisherigen Niveau. Überhaupt wird sich mit dem Neubau relativ wenig ändern. Zumindest optisch nicht. «Die neue Brücke wird ähnlich aussehen wie die alte», sagt Nadig. Damit werde man dem Ortsbild und dem Denkmalschutz gerecht.

Wie genau die Brücke aussehen wird, wann und wie sie montiert wird, ist noch nicht restlos geklärt. «Es macht im Moment keinen Sinn, alles bis ins Detail zu planen», so Nadig. Es könne noch Einsprachen geben. Und weil das Submissionsverfahren erst später erfolgt, könne man jetzt auch noch keine Ideen und Vorschläge der beteiligten Unternehmen in die Planung aufnehmen.

Über der Aare verschweissen

Vorgesehen ist aber, dass das Projekt zwischen März und Oktober 2013 realisiert werden kann. Vorgesehen ist auch, dass die Brücke in zwei fertigen Teilen angeliefert und dann über der Aare zusammengeschweisst wird. «Die beste und kürzeste Lösung müssen wir noch definieren.» Der Bahnbetrieb soll möglichst nur während fünf Wochen durch Busse ersetzt werden und auch den Zeitraum, in dem die benachbarte Autobrücke wegen Montagearbeiten nur einseitig befahrbar ist, will man kurz halten.

Die Gesamtkosten für den Ersatz der 1907 erbauten und 1979 bereits einmal verstärkten und erneuerten Eisenbahnbrücke hat die ASM auf rund 3,9 Millionen Franken veranschlagt. Finanziert wird das Projekt durch Darlehen von Bund und Kanton. Die Gemeinde Aarwangen ist finanziell nicht an dem Neubau beteiligt.