Langenthal
In 1560 Gängen werden die «Schwingprinzen» erkoren

260 Nachwuchsschwinger kämpften am Sonntag in der Langenthaler Markthalle um begehrte Zweige und Anerkennung. Es ist die 25. Austragung des Nachwuchsschwingertrag des Schwingklubs Langenthal (SKL). Der SKL selbst stellt ganze 41 Schwinger.

Armin Leuenberger
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Einer der Sieger: Der neunjährige Andi Siegenthaler, Schangnau.

Einer der Sieger: Der neunjährige Andi Siegenthaler, Schangnau.

Es ist Sonntagmorgen, eine gute halbe Stunde vor 8 Uhr. Eine Helferschar von Leuten jeden Alters ist in der altehrwürdigen Märithalle bereits daran, die allerletzten Vorbereitungen für den 25. Nachwuchsschwingertag des Schwingklubs Langenthal (SKL) zu treffen. Der SKL hat sich als Organisator einen guten Namen geschaffen – und das soll auch am Jubiläum so sein.

Mit Viktor Biffiger und Paul Künzi sind im OK auch zwei Routiniers, welche seit der ersten Stunde mit dabei sind. Schon um 7 Uhr tagten die Kampfrichter, welche auf den fünf Schwingplätzen ab 8 Uhr in Einsatz stehen und mit scharfem Auge darauf achten, dass ja ein jeder der 1560 Gänge sauber über die Bühne geht und richtig gewertet wird. Eine Aufgabe, welche hohe Konzentration verlangt.

Pünktlich um 8 Uhr erklingt aus dem Lautsprecher auf dem Speakerwagen der Satz: «Folgendi Schwinger träte uf Platz eis a.» Dann ruft Biffiger die ersten Paarungen der jüngsten Alterskategorie zum Wettkampf auf. «Uf Platz zwöi träte a». Und so geht es weiter, bis auf allen fünf Plätzen die Zuteilung der Paare erfolgt ist und mit Schwingen begonnen wird. Das Publikum ist dabei schon recht zahlreich um das grosse Sägemehlrechteck verteilt. Es folgt die Einteilung für die nächsten vier Schwingplätze.

SKL stellt 41 Schwinger

Schnell einmal wird ein bekanntes Gesicht unter den zahlreichen Betreuern ausgemacht. Es ist dasjenige des langjährigen Aargauer Spitzenschwingers Roger Schenk. Er betreut zusammen mit Peter Schär seit seinem Rücktritt als Aktiver im Jahr 2008 den Nachwuchs des Schwingklubs Zofingen.

Sie sind von den Langenthalern als Gäste eingeladen worden und treten praktisch mit der gesamten Nachwuchsabteilung von 24 Jungschwingern an. Man stellt bei dieser Truppe einen guten Teamgeist fest und bereits am frühen Nachmittag steht fest, dass mindestens drei mit Jahrgang 2003 den begehrten Zweig auf sicher gewonnen haben. «Der Rest ist nur noch Zugabe», freut sich Schenk.

Aber auch der Schwingklub Langenthal hat in den letzten Jahren in Sachen Nachwuchsförderung enorme Arbeit geleistet. Jungschwingerleiter Walter Eggimann und sein Assistent Simon Herzig gaben dem OK für den Heimanlass eine Teilnehmerliste mit 41 Namen der Jahrgänge 1994 bis 2004 ab. Darunter gibt es gleich mehrere Namen, welche bei der Vergabe der begehrten Auszeichnungen ein Wörtchen mitreden wollen.

Alle bisherigen Sieger eingeladen

Einer unter ihnen ist der Lotzwiler Michael Weyermann. Der vor dem Lehrabschluss als Müller stehende, 18 Jahre alte Bruder von Florian Weyermann nimmt am Hallenschwinget bereits zum achten Mal teil. Dreimal stand «Michu» in der Märithalle bisher im Schlussgang.

«Zweimal verlor ich, einmal gab es einen Gestellten.» Gestern reiht sich Michael Weyermann im vierten Rang, zusammen mit Klubkamerad Stefan Willimann als Sechster und dem Alchenstorfer Remo Käser, der auf Rang zwei landet, ebenfalls unter die Zweiggewinner. Nach der Lehre will er ganz auf die Karte Schwingen setzen und sich für das Berner Kantonale bei den Aktiven qualifizieren.

Eine gute Idee haben sich die Organisatoren für den gestrigen Jubiläumsschwinget einfallen lassen. Sie luden sämtliche bisherigen Sieger zum Apéro und Mittagessen ein. In Anwesenheit von Stadtpräsident Thomas Rufener und «Sportministerin» Paula Schaub leisteten fast alle Sieger dieser Einladung Folge.

Angefangen bei Schwingerkönig Adrian Käser, der in Langenthal dreimal siegte, über die Brüder Daniel und Thomas Lüthi bis hin zum zweifachen Eggiwiler Sieger Christian Gerber und dem bisher einzigen erfolgreichen Langenthaler Claudio Eggimann im Jahre 2007. Einzig Matthias Glarner, der ebenfalls zwei Siege verzeichnete, musste studienhalber absagen. Klubpräsident Ueli Widmer gab seiner grossen Freude Ausdruck ob dieses nahezu lückenlosen Aufmarsches.

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