Obersteckholz
Im Dorf brodelt wieder einmal die Gerüchteküche

Verkauft Mario Andreani sein «Andreani’s», und wenn ja, an wen? Bleibt es ein Restaurant oder wird es zu Wohnraum umgebaut? Diese Fragen tauchen immer wieder auf. Jetzt taucht ein neues Gerücht auf.

Irmgard Bayard
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Das «Andreani’s» gibt immer wieder Anlass zu Spekulationen.iba

Das «Andreani’s» gibt immer wieder Anlass zu Spekulationen.iba

Das neuste Gerücht im Dorf besagt, dass der Langenthaler Unternehmer Markus Bösiger die Immobilie kaufe und in Wohnungen umbaue.

Das az Langenthaler Tagblatt wollte wissen, was an diesem Gerücht dran ist. «Nichts», sagt Markus Bösiger. «Ich weiss zwar, was läuft, sage aber nichts», war das Einzige, was ihm zu entlocken war. Hat er doch seine Hand im Spiel?

Mario Andreani bezeichnet die Gerüchte als «Räubergeschichten». «Es wird viel geredet. Man muss die Leute reden lassen», so seine Meinung. Andreani bestätigt, dass ein Kaufrechtsvertrag vorliege. Mit wem er diesen abgeschlossen hat, will er nicht verraten – noch nicht. «Wenn es spruchreif ist, werde ich mich an die Öffentlichkeit wenden.» Immerhin sagt Andreani, dass das ehemalige «Kreuz» weiterhin ein Restaurant bleibe.

Andreanis bleiben vorerst

Auf der Homepage informieren Andreanis, dass das Bistro vorübergehend geschlossen bleibe. Das wird sich aber bald ändern: «Wir öffnen am 1. März wieder», sagt Andreani, wie im vergangenen Jahr mit reduzierten Öffnungszeiten.

Die Kreuz-Liegenschaft blickt auf eine lange Geschichte zurück. Vor über 200 Jahren wurde sie als Landwirtschafts- und Restaurationsbetrieb geführt. Das heutige Besitzerpaar, Katharina und Mario Andreani, kaufte die Liegenschaft am 1. April 1998. Mit dem Wechsel vom «Kreuz» zu «Andreani’s» wurde der Betrieb innert kurzer Zeit zu einem weitherum bekannten Gourmet-Restaurant. Weil die Besitzer aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten mussten, war das Restaurant im vergangenen Jahr – nachdem es verschiedentlich gar geschlossen war – als Andreani’s Bistro jeweils nur noch von Dienstag bis Freitag ab 16 Uhr offen.

Gemeindeversammlung dagegen

Während der geschlossenen Phase machte sich der Gemeinderat von Obersteckholz Gedanken zur Liegenschaft. Die Idee, das Restaurant zu kaufen und als Dorfbeiz weiterzuführen, tauchte auf. Auslöser dazu war eine Analyse, welche die Gemeinde zusammen mit dem Amt für Gemeinden und Raumplanung sowie einem externen Berater durchgeführt hatte. Damit wurden Stärken und Schwächen der Gemeinde eruiert. Das Fehlen eines Restaurants und damit eines Treffpunkts wurde darin als Manko aufgezeigt.

Der Gemeinderat verfolgte das Projekt «Dorfbeiz» weiter, brach es aber nach der Gemeindeversammlung vom 7. Juni 2011 ab. Anhand eines Zwischenberichts wurden die Stimmberechtigten dort über die Analyse der zugezogenen Beraterfirma Gastroconsult informiert, dergemäss für das Restaurant ein Tagesumsatz von 1600 Franken nötig wäre. Zudem wurden die Renovationskosten auf bis 350000 Franken geschätzt.

«Das Projekt hat keine Erfolgschancen, das wird vielleicht sogar ein Fass ohne Boden», vermutete ein Bürger und erntete dafür Zustimmung. Nach der Konsultativabstimmung wurde darunter ein Schlussstrich gezogen. Das gilt aber nur in Bezug auf die Gemeinde. Denn eine Dorfbeiz wünscht sich die Bevölkerung noch immer.