Ratgeber Gesundheit
«Ich fürchte mich davor, zu stinken»

Ich (39) bin gesund und betreibe regelmässig Sport. Ich schwitze eher stark (im Sommer, beim Sport, bei Nervosität). Das ist nicht das Problem, damit habe ich mich arrangiert. Neu ist, dass ich das Gefühl habe, mein Schweiss rieche unangenehm. Ich dusche jeden Morgen, benutze Deo, trinke genügend Wasser und rauche nicht. Könnte der veränderte Körpergeruch auf eine Krankheit hindeuten oder ist es bloss eine «Alterserscheinung»?

Dr. med. Katharina Fischer
Dr. med. Katharina Fischer
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Gesundheit Aargau
Dr. med. Katharina Fischer Stv. Leitende Ärztin Innere Medizin, KSB

Dr. med. Katharina Fischer Stv. Leitende Ärztin Innere Medizin, KSB

Gesundheit Aargau

Schwitzen beziehungsweise Schweißausbrüche sind für den Menschen lebensnotwendig und spielen eine wichtige Rolle zum Schutz des Körpers vor Überhitzung (Wärmeregulation). Ein starkes, übermäßiges Schwitzen ist für die Betroffenen jedoch oft sehr unangenehm und kann bei plötzlichem Neuauftreten auch hinweisend sein auf eine Erkrankung wie beispielsweise der Schilddrüsen-Überfunktion. Selten, und dann meist auch in Zusammenhang mit andern Symptomen, kann das übermässige, vor allem nächtliche Schwitzen in Zusammenhang mit einer Krebserkrankung auftreten.

Insgesamt enthält die Haut mehr als zwei Millionen Schweißdrüsen – in der höchsten Konzentration finden sie sich auf der Stirn, den Handtellern und Fußsohlen. Der Schweiß bildet auf der Haut einen Säureschutzmantel, der Krankheitserreger abwehren kann. Das vegetative Nervensystem reguliert die Schweißbildung, so kommt es, dass auch bei Aufregung die Schweisssekretion erhöht werden kann. Wenn der Körper Schweiß in Mengen bildet, die für eine reine Temperaturregulation nicht notwendig wären, liegt eine sogenannte Hyperhidrose vor.

Der Schweiß ist relativ geruchsneutral. Bei der bakteriellen Zersetzung der im Schweiss enthaltenen Substanzen, unter anderem körpereigene Fette und Proteine, entstehen Gerüche. Als Sonderform der Hyperhidrose kann es zur sogenannten Bromhidrose kommen, bei der, der vermehrt produzierte Schweiß die Haut permanent durchfeuchtet und so die Vermehrung der hauttypischen Bakterienflora begünstigt. Es kommt trotz guter Körperhygiene rasch zur Entwicklung von unangenehmem Körpergeruch. Therapeutisch stehen hier nebst den üblichen anti-Transpiranten alkoholhaltige Hautreinigungsmittel zur Verfügung. Bei übermässigem Schwitzen gibt es zudem die Möglichkeit der operativen Entfernung der Schweißdrüsen (Exzision), der Schweißdrüsenabsaugung (Saugkürettage) oder der Blockade von den das Schwitzen auslösenden Nervenfasern (Sympathektomie). Zur weiteren Abklärung und Behandlung empfehle ich Ihnen eine Konsultation beim Dermatologen.