Unihockey
«Hopp ULA» endet erneut mit einem «Hoppla»

Die Unihockeyaner von Langenthal Aarwangen verlieren in den NLB-Playouts gegen Zürichsee und müssen in die Ligaqualifikation. Die minimalistischen Oberaargauer scheitern nach den verpassten Playoffs auch im Playout-Final.

michael schenk
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Für Langenthal (Andreas Ramseier, M.) dauert die Saison an.

Für Langenthal (Andreas Ramseier, M.) dauert die Saison an.

Marcel Bieri

Wenn es eine Trophäe für die Minimalisten der Schweizer Unihockeyszene gäbe, Langenthal Aarwangen (ULA) wäre dieser Pokal bombensicher. Acht von neun Spielen beendete der B-Ligist dieses Jahr mit einem Tor Unterschied. Im Verlauf der gesamten Saison waren es sagenhafte 15 von 24. So auch das Letzte – der fünfte und entscheidende Playout-Final gegen Zürichsee.

In dieser Zitter-Serie mit Trosthauptpreis Ligaerhalt endeten alle fünf Partien mit einem Tor Differenz. Das bestimmende Spiel 5 mit 8:7 für Zürichsee. «Immerhin war es eine spannende Serie, die leider nicht für uns ausgegangen ist. Zürich war cleverer», hält ULA-Coach Tomas Trnavsky fest.

Selbstzufriedenheit rächt sich

Nach 64 Minuten und 10 Sekunden sicherte Kern den kämpferisch besseren Zürchern den Verbleib in der NLB. ULA seinerseits muss nun in die Ligaqualifikation. Die Niederlage gegen Zürichsee freilich war gewiss nicht zwingend. Beim Stand von 5:3 hatten die Gastgeber die Chance, in Überzahl den sechsten Treffer zu markieren. Stattdessen glichen die Widersacher in der Folge aus und gingen gar mit 6:5 in Führung. Das war der Knackpunkt.

«Ich denke, wenn uns dieses sechste Tor gelungen wäre, dann hätten wir gewonnen», sagt Trnavsky. Und: «Wir können den Sack einfach nicht zumachen; irgendwie lassen wir nach und werden selbstzufrieden, wenn wir mit mehr als einem Tor führen.» Diesbezüglich fehle der Mannschaft nicht nur Selbstvertrauen und Biss, sondern auch ein Sniper, ein Goalgetter also. Einer, der immer und zu jeder Zeit aus allen möglichen und unmöglichen Lagen für Tore gut ist.

Vor allem auch dann, wenn der Gegner in Rückstand liegt und – in der Regel – noch eine Schippe Agressivität draufpackt. Dann sind Sniper gefragt, um diesen reaktiven Energieschub des Widersachers zu brechen. Dieser Torschütze vom Dienst indes hat ULA zumindest zuletzt eigentlich nicht gefehlt. Manuel Roth traf für die Roten gleich fünfmal.

Lernen auf zwei zu zählen

ULA ist damit zum zweiten Mal in dieser Saison knapp gescheitert: nach der verpassten Playoff-Qualifikation jetzt im Playout-Final. Die dritte Chance, die Saison doch noch zu retten, erhalten die Oberaargauer jetzt in der Ligaqualifikation gegen Thurgau. Das erste Spiel findet am 31. März in Weinfelden statt.

Wenn ULA nicht blitzschnell lernt, dass man Unihockeyspiele auch mit zwei, drei oder vier Toren Unterschied gewinnen kann und darf, dann wird das Sprichwort: «Aller guten Dinge sind drei» in dem Fall Makulatur. Dreimal Hopp(u)la wäre definitiv einmal zu viel.

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