Weihnachten
Herr Nikolaus grüsst fröhlich aus dem Regal

Auch wenn es noch ein paar Wochen bis zur Festtagszeit dauert: Die Detaillisten rüsten bereits jetzt auf. Seit Jahren wird der Verkaufsstart nach vorne verlegt, weil alle Geschäfte immer ein bisschen früher anfangen.

Fabienne Wüthrich
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Solothurner Zeitung

Bis Weihnachten dauert es noch einige Wochen. Für die Detaillisten und Geschäfte nicht – bei vielen hat die festliche Zeit bereits begonnen. So zum Beispiel im Coop Tell. Ein dicker Nikolaus vor einem Rentierschlitten kündigt die weihnachtliche Zeit an. Schön darauf angeordnet sind diverse Nikolaussäcke mit Schokolade und anderen Süssigkeiten drin.

Süsses ist ebenfalls bei den Backwaren zu finden. Ob Pfeffer- und Honignüsse, Lebkuchen mit einer zart rosé und weissen Glasur oder Gewürz-Spekulatius – alles, was das weihnachtliche Herz begehrt. Diese Artikel zählt jedoch Stephanie Weiss, Mediensprecherin Coop Nordwestschweiz, zu den herbstlichen Verkaufsartikeln. Das sei ein Sortiment für die Herbstmessen. Sie selber findet, dass sich in der Langenthaler Verkaufsstelle das Weihnachtssortiment durchaus in Grenzen hält.

Ein weites Land

Schmökert man etwas in der Filiale, merkt man, dass die Grenzen ein weites Land umfassen. Diverse Sorten Weihnachtskekse wie sternförmige Brunsli, Anis-Chräbeli, Mailänderli oder Zimtsterne sind im Angebot. Richtig weihnachtlich geht es vor der Kasse zu und her. Hier buhlen grüne Marzipan-Tannenbäume, Nikoläuse, Schneemänner, Cognac-Schokolade und süsser Baumschmuck um die Gunst der Kunden. «Frohes Fest» steht bereits auf manchen Verpackungen, riesige Schokoladenmänner wollen gekauft werden – zudem bietet Coop bereits Adventskalender und goldige Rentiere anstatt Schokohasen an. Auch das Knusperhäuschen darf nicht fehlen.

Der zweite Stock offeriert weitere weihnachtliche Dinge. Wer die Kekse im unteren Stock nicht kaufen mag, sondern lieber selber backt, dem werden Ausstechformen in allen Varianten geboten. Kerzen in vielen Farben und Grössen scheinen zu sagen: «Bald ist Weihnachten.» Das Spielzeug ist nun so positioniert, dass die Kunden schnell zugreifen können.

Ab Mitte November wird das Weihnachtssortiment laut Stephanie Weiss deutlich vergrössert. Zu diesem Zeitpunkt kommen noch mehr Kekse in die Regale – und werden prominenter platziert. Dazu bietet Coop vermehrt Geschenkartikel und exotische Esswaren wie beispielsweise Rauchlachs an. Da das Coop Tell umgebaut wird, wird die Weihnachtsbeleuchtung erst am Wochenende vom 1. Advent aufgehängt. In den letzten paar Jahren habe es sich eingestellt, dass Weihnachtsartikel früher in die Regale kommen. Die Zahlen belegen es laut Weiss: Die Kunden kaufen nun schon fleissig für die festliche Zeit ein.

Start nach den Herbstferien

Früher habe die Weihnachtszeit um Allerheiligen begonnen, sagt Thomas Bornhauser, Leiter Kommunikation und Kulturelles bei der Genossenschaft Migros Aare. Seit ein paar Jahren sei der Verkaufsstart nun nach vorne verlegt worden. Dies, weil mittlerweile alle Geschäfte ein bisschen früher anfangen würden. «Bereits nach den Herbstferien haben wir begonnen, einige Weihnachtsartikel zu verkaufen.» Bornhauser spricht dabei von Tischdekorationen, Tannenbaumschmuck und Süssigkeiten. Die Filiale selber wird ab der nächsten Woche dekoriert – wenn es auf den 1. Advent zugeht. Die Migros in Langenthal erhält dann Sterne, Girlanden sowie Nikoläuse. Zu diesem Zeitpunkt kommen ebenfalls die Sonderangebote auf den Tisch: Schinken im Teigmantel, Saucen und Fleisch für das Fondue chinoise.

«Wir haben aber auf keinen Fall amerikanische Verhältnisse», sagt er. Das heisst: In den USA würden bereits Anfang September geschmückte Tannenbäume in den grossen Läden stehen. Nach Weihnachten geht es Schlag auf Schlag: Dann folgt Silvester und bald beginnt für die Migros Ostern. «Nächstes Jahr etwas später», sagt Bornhauser und lacht. Er hat bereits auf die Frage gewartet. Sei Ostern spät, würden sie mehr Schokolade verkaufen. Der Grund: Die weihnachtlichen Süssigkeiten seien eher aufgebraucht.

Ein Geschäft im Winterkleid

Mit dem Aufbau der Spielwaren hat Manor bereits Mitte Oktober begonnen, sagt Elle Steinbrecher, Verantwortliche Media Relations.Kurz darauf folgte der Baumschmuck- und Kerzen-Shop. Dazu wurden laufend Weihnachts-Boutiquen aufgestellt; der Aufbau ist seit dieser Woche abgeschlossen. «Da unser Haus im September nach einem kompletten Umbau neu eröffnet wurde, war eine detaillierte Planung besonders wichtig», sagt sie. Manor sei besonders seit der Eröffnung bei der Kundschaft sehr beliebt. Seht gut laufe derzeit die Winter-Mode mit Kaschmir-Pullovern und traditionellen Geschenken aus dem Bereich Parfümerie. «Um den Weihnachtsschlager 2010 zu ermitteln, ist es aber noch zu früh», sagt sie.

«Ein Wintertraum wird wahr mit weissen Weihnachten» – so lautet das Dekorationsmotto von Manor. Die Weihnachtstradition stehe im Vordergrund. Dazu werde die Ladenkette zahlreiche Anlässe durchführen; so beispielsweise einen Nikolaustag für die Kinder am 6. Dezember.

Trends schon im Januar festgelegt

Bei der Bader AG haben laut Mitarbeiterin Brigitte Ewert die Vorbereitungen bereits im Januar mit der Messe Christmasworld in Frankfurt begonnen. Dort würden die ersten Trends von den Lieferanten festgelegt. «Im Mai und August kaufen wir unsere Weihnachtsware ein und sammeln Ideen für Dekoration im Laden und Schaufenster», sagt sie. Wer nun schon bei der Bader AG vorbeigeschlendert ist, sieht: Das Schaufenster ist weihnachtlich geschmückt. «Dieses Jahr ist unser Thema Winterlandschaft», sagt sie. Zudem führe das Geschäft ein umfassendes Weihnachtssortiment im Bereich Dekoration – Engel und Schutzengel seien wie alle Jahre gefragt. Ein schönes Schreibgerät sei ein Wert, der wieder mehr gefragt sei. «In der Spielwarenabteilung sind Fingerskateboards oder diverse Brettspiele als Geschenke aktuell.

In der Büromöbelabteilung seien Regale aus Glas oder in speziellen Farben für den Heimbereich beliebt. «Auch gönnen sich die Kunden Heimbüros.» Diese würden der ganzen Familie Freude bereiten. «Grundsätzlich stellen wir fest: Produkte mit hoher Qualität, einer langen Lebensdauer, die ökologisch durchdacht sind, sind sehr gefragt.»

Stadt als einen Laden betrachten

Für die Stadtvereinigung Langenthal (SVL) ist Weihnachten auch ein Thema. So wie jedes Geschäft seinen Laden schmückt, so betrachte die Stadtvereinigung ganz Langenthal als einen Laden und eine Gemeinschaft, deshalb schmücke die SVL die Stadt dementsprechend weihnächtlich, sagt Präsident Daniel Bader. Zur Weihnachtszeit gehörten auch diverse Anlässe. Es werden zwei offene Sonntage mit Rahmenprogrammen organisiert. Das Finale bilde schliesslich der Weihnachtsmarkt, wo auch erstmals die SVL selbst ein Weihnachtshäuschen besetze und eine Überraschung anbiete. Klar sei: «Langenthal zeigt sich besinnlich, festlich, freundlich kompetent und nicht als reiner Kommerz.»

Besinnlich wird die Stadt diese Woche. Menschen, die durch die Marktgasse flanierten, beobachteten vielleicht die fleissigen Helfer der Stadt. Sie sind zurzeit daran, Lichterketten an die Bäume zu montieren. Bald beginnen die Lichter zu leuchten – und kündigen den Langenthalern definitiv die festliche Zeit an.