Jubihui-Ball
Hauptprobe unter Herzenhimmel

Bevor es in einer Woche mit der Langenthaler Fasnacht so richtig los geht, traf sich die Fasnachtsgemeinde ein letztes Mal im Langenthaler «Bären» zum Jubihui-Ball.

Quentin Schlapbach
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Die Chlepfschitter heizen die Stimmung mächtig an. qsc

Die Chlepfschitter heizen die Stimmung mächtig an. qsc

Solothurner Zeitung

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude, und so ist der Jubihui-Ball am Samstagabend für Langenthaler Fasnachtsverrückte jeweils der Gipfel der frohen Erwartung, bevor es in einer Woche richtig ernst gilt. Es ist für viele auch die ultimative Hauptprobe. Guggenmusiker können ein letztes Mal testen, ob die Töne wirklich alle sitzen. Diesbezüglich keine Sorgen machen müssen sich die «Chlepfschitter» aus Bleienbach. Die Langenthaler «Vorörtler» bewiesen nämlich kurz nach Mitternacht, dass sie für die grosse Sause nächstes Wochenende parat sind.

Mit dem «Gotthard»-Hit «Heaven»

Neben diversen Partyhits zeigten sich die Bleienbacher auch von ihrer gefühlvollen Seite. So etwa, als sie «Heaven» – den Riesenhit von «Gotthard» – zum Besten gaben. Aber auch neuere Chartstürmer bauten die «Chlepfschitter» ins Repertoire ein – wie zum Beispiel «Monday Morning» der Soulsängerin Melanie Fiona. An den Montagmorgen dachten zu dieser Stunde aber die wenigsten. Die einzigen Überstunden leisteten an diesem Abend die Bierzapfsäulen.

Auch nicht in die Verlängerung ging bekanntlich die Eishockeysaison des SC Langenthal. So konnte es sich die Mannschaft von Heinz Ehlers leisten, dem Jubihui-Ball in Vollmontur einen Besuch abzustatten. Dass es sich nicht um die richtigen NLB-Cracks handelte, sah man daran, dass die Spieler eher Waschbär- statt Waschbrettbäuche präsentierten. Aber nichtsdestotrotz – solch imposante Playoff-Bärte wie jene im «Bären» sah Langenthal schon seit Jahren nicht mehr.

Auch Popsternchen dabei

Überhaupt gab es bei den Kostümen wieder einmal das ganze Spektrum der Fantasie zu betrachten. Von knallig bunt, wie die beiden pinkfarbenen Bärchen mit Wattenase, bis pechschwarz (wie der blutdürstende Graf Dracula mit Hornbrille) war alles vorhanden. Gesichtet wurde auch das eine oder andere Popsternchen. Je nach Alkoholpegel glich es aber weniger Miley Cyrus, sondern eher Amy Winehouse.

Bei den Kostümen gibt es einige interessante Trends zu beobachten. Angesagt scheinen mannesgrosse Senftuben-Kostüme zu sein. Die Bequemlichkeit dieser Montur ist aber umstritten, da die Beinfreiheit doch stark eingeschränkt ist.

Tanzen konnten die lebenden Senfspender aber trotzdem – wie all die anderen Narren unter Discokugel und dem wunderschönen Herzenhimmel bis tief in die Nacht hinein.