Langenthal
Hasli Bier hat Dividende in Bierform ausgeschenkt

Die Langenthaler Brau AG ist zehn Jahre alt. Jetzt sollen Schulden abgebaut werden. Dazu haben die Aktionäre an der gestrigen Generalversammlung einer Kapitalerhöhung über 350000 Franken zugestimmt.

Lucien Fluri (Text und Foto)
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Präsentierten zum Jubiläum erstmals einen richtigen Gewinn: Geschäftsführer Peter Kläfiger und Verwaltungsratspräsident Thomas Biedermann.

Präsentierten zum Jubiläum erstmals einen richtigen Gewinn: Geschäftsführer Peter Kläfiger und Verwaltungsratspräsident Thomas Biedermann.

Dunkle Anzüge gibt es an der Generalversammlung der Hasli-Aktionäre nicht. Die Firmeneigentümer sitzen auf Festbänken in der Markthalle, die Papiertischtücher sind gelb und blau, statt mit Champagner wird mit Bier auf das 10-Jahr-Jubiläum der Brauerei angestossen. Und die Dividende wird direkt ausgeschüttet: Für 20 Franken erhält jeder Aktionär an diesem Abend Bier – und dies bei einem Aktienwert von 250 Franken. «Grossbankenaktionäre lechzen nach einer solchen Dividende», sagte Verwaltungsratspräsident Thomas Biedermann gestern kurz nach 19 Uhr und erhielt Spontanapplaus von den 438 anwesenden Aktionären.

Nüchtern betrachtet sind die Zahlen der Brau AG, die das Hasli Bier herstellt, nicht nur Quell der Freude. Zwar läuft das Geschäft mit den 0,33-Liter-Flaschen in den letzten Jahren so erfreulich, dass 2011 sogar ein Gewinn über 13795 Franken geschrieben wurde. Trotzdem: Nach einigen verlustreichen Jahren ist das Aktienkapital von 1,173 Mio Franken nur noch zur Hälfte gedeckt. «So haben wir nicht genug Kapital, um die Firma längerfristig auf dem Markt zu halten», sagte Biedermann. Folglich schlug der Verwaltungsrat gestern den Aktionären vor, das Aktienkapital in den nächsten zwei Jahren um maximal 350000 Franken aufzustocken. Maximal 1400 neue Namensaktien à 250 Franken kann die Firma in den nächsten zwei Jahren ausgeben. Mit lediglich 14 Gegenstimmen folgten die Aktionäre dem Antrag. Gleichzeitig wählten sie neu Paul Loosli von der Langenthaler Loosli-Getränke AG und den Roggwiler Betriebswirtschaftsfachmann Markus Zimmermann in den Verwaltungsrat.

Warum will die Stadt kein Hasli?

Mit dem neu gewonnen Geld will die Brauerei die über 50-jährige Flaschenabfüllanlage ersetzen und die Schulden abbauen. Positiv für die Aktionäre: Der Verwaltungsrat hat laut Biedermann bereits die Zusagen, dass bestehende Darlehen über 60000 Franken in Aktien umgewandelt werden und 20000 Franken neue Aktien gezeichnet werden. Allerdings hielt Biedermann auch fest: Für ein wirtschaftlich erfolgreiches Hasli-Bier brauche es den Langenthaler Konsumenten, der einheimisches Bier trinke. Und hier beklagte sich Biedermann, dass die Stadt für die Austragung des «Donnschtig-Jasses» auf dem Wuhrplatz zwar die einheimischen Vereine zur Mithilfe aufrufe, selbst aber Egger-Bier und nicht Hasli-Bier ausschenken wolle.

Um 20.30 Uhr war die Generalversammlung fertig. Und dann ging es erst richtig los: Mit Pedro Lenz, dem SCL, Stadtpräsident Thomas Rufener und Regierungsstatthalter Martin Sommer wurde das Jubiläumsbier angezapft. Die Band Simu & Simu spielte live zum grossen Fest in der Markthalle. Gebraut hat das Jubiläumsbier der neue Bierbrauer, der 25-jährige Sebastian Schmaus. Er sei in einer Bierbrauerei ausgebildet worden, die für Bayern sehr klein sei, im Vergleich zum Hasli-Bier aber riesig, sagte Schmaus.

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