Debatte
Hashim Thaçi: Der zwielichtige Dietiker

Hashim Thaçi ist eine umstrittene Persönlichkeit. Nicht nur in Kosovo, wo er als Ministerpräsident amtet. Auch seine Schweizer Vergangenheit wirft seit Jahren Fragen auf. Nun soll der Regierungsrat eine entsprechende Anfrage zur Klärung beantworten.

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Kosovos Regierungschef Hashim Thaci (Archiv)

Kosovos Regierungschef Hashim Thaci (Archiv)

Keystone

Denn Hashim Thaçi lebte in den 90ern während Jahren als anerkannter Flüchtling in der Schweiz, davon die allermeiste Zeit in Dietikon. Er arbeitete als Eisenbahnrangierer und war als Student am Institut für Politische Wissenschaften an der Universität Zürich eingeschrieben.

Der heute 45-Jährige war aber auch Mitorganisator, später Kommandant der Befreiungsarmee Kosovos, der UÇK. Der Durchbruch als Politiker gelang Thaçi, als ihn die USA in Rambouillet als Verhandlungsführer anerkannten. Ihm werden im Zusammenhang mit dem serbisch-kosovarischen Krieg 1998/1999 aber Verbindungen zum organisierten Verbrechen nachgesagt.

Und um dieses Thema dreht sich die Anfrage von Kantonsrat Claudio Schmid (SVP, Bülach) an den Zürcher Regierungsrat. Schmid greift darin jene Punkte auf, die der Bundesrat im Zusammenhang mit den Interpellationen der Nationalräte Walter Wobmann (SVP, SO) und Sebastian Frehner (SVP, BS) nicht beantwortet hat, weil diese in die Zuständigkeit des Kantons Zürich fallen.

Thaçis Umzug nach Dietikon

So möchte Schmid wissen, ob von den kantonalen Behörden strafrechtliche Massnahmen unter anderem gegen Thaçi ergriffen worden sind. Dies, weil Thaçi in Waffenschmuggel und Überfälle auf serbische Einrichtungen in Jugoslawien verwickelt gewesen sein soll. Weiter fragt Schmid an, ob gegen Thaçi wegen Betäubungs- und Vermögensdelikten im Kanton Zürich ermittelt worden ist und ob allfällige Strafuntersuchungen eingeleitet respektive wieder eingestellt worden sind.

Doch auch in persönlichen Belangen will Schmid Aufklärung. So zum Beispiel, warum Thaçi seinen Lebensmittelpunkt nach Dietikon verlegen konnte, obwohl ihm der Kantonswechsel nie bewilligt worden sei.

Was genau Thaçi an der Uni Zürich gemacht hat, darüber wurde in der Vergangenheit viel spekuliert. Diente ihm die Rolle des Studenten als Tarnung? Schmid möchte wissen, wer damals für Thaçis Immatrikulation respektive die Erteilung des Stipendiums zuständig gewesen sei. Zudem, ob eine Seminararbeit von Thaçi existiert und ob es zutrifft, dass den Polizeibehörden die Seminararbeit nicht ausgehändigt worden sei – und warum nicht. (jk)