Krankheit
Hasenpest breitet sich in der Region stark aus – so können Sie sich schützen

Die seltene Krankheit Hasenpest kommt vermehrt vor, lässt sich aber gut behandeln.

Raphael Karpf
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Immer mehr Hasen sind im Kanton Solothurn mit der Krankheit Hasenpest infiziert (Archivbild).

Immer mehr Hasen sind im Kanton Solothurn mit der Krankheit Hasenpest infiziert (Archivbild).

Keystone/Deutsche Wildtier Stiftung

Auf dem Gemeindegebiet von Messen wurden kürzlich zwei tote Hasen gefunden. «Das zweite Exemplar haben wir zur Abklärung ins Labor geschickt», erklärt Ernst Moser von der Jagdgesellschaft Messen. Die Todesursache kam diese Woche heraus: Tularämie, besser bekannt als Hasenpest. Die seltene Krankheit ist auch für Menschen hochansteckend und hat einen teilweise schweren Verlauf. Sie ist jedoch behandelbar.

Bakterien lösen die Infektionskrankheit aus. Sie befallen mehrheitlich Nager, Hasen und Kaninchen, seltener auch andere Tiere. Menschen werden meistens via Zeckenstiche infiziert. Doch auch der direkte Kontakt mit befallenen Tieren oder deren Kot ist ansteckend. Deshalb gilt: Hände weg von toten Tieren. Hunde sollte man zudem nicht an Kadavern schnüffeln lassen, denn selbst die Inhalation der Bakterien kann anstecken. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist jedoch nicht möglich.

Gut behandelbar

Nebst allgemeinen Symptomen wie Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen treten je nach Ansteckungsart verschiedene Krankheitsbilder auf. Eine Infizierung via Zeckenstich führt zu einem Geschwür beim Einstich, tritt das Bakterium über das Auge ein, entzündet sich die Bindehaut. Bei der Inhalation leidet die Lunge, beim Verzehr von kontaminiertem Hasenfleisch oder ungefiltertem Oberflächenwasser der Verdauungstrakt. Die Anzahl hospitalisierter Fälle nimmt ab, 2017 mussten jedoch noch immer rund die Hälfte aller Fälle im Spital behandelt werden. Bei rechtzeitiger Diagnose ist dies mit Antibiotika kein Problem.

Steigende Zahlen

Die Hasenpest befindet sich schweizweit auf dem Vormarsch. Mit 130 kranken Menschen im Jahr 2017 verzeichnete das Bundesamt für Gesundheit fast vier mal mehr als in den Vorjahren. Davon stammten neun Personen aus dem Kanton Solothurn. Damit handelt es sich nach wie vor um eine seltene Krankheit.

Interessant: Ein ähnlicher Anstieg an Erkrankungen lässt sich bei Tieren nicht nachverfolgen. Der Fall in Messen ist der bisher einzige gemeldete in diesem Jahr im Kanton. 2017 gab es sogar gar keinen, in den Jahren zuvor jeweils eine Handvoll, so Otto Maissen, der stellvertretende Kantonstierarzt.

Wieso haben also die Anzahl Erkrankungen beim Menschen zugenommen? Abschliessend weiss man dies auch beim BAG nicht. Eine mögliche Erklärung sieht man aber bei der erhöhten Sensibilisierung der Ärzteschaft.

Für Aufsehen sorgte zuletzt ein Fall in Bergdietikon im Aargau. Eine Joggerin erkrankte nach einem Angriff eines Mäusebussards an der Hasenpest.

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