Langenthal
Göläs unmotivierter Kurzauftritt bei Slädu's Performance

Zlatko Perica alias Slädu zeigte vor vollem Haus sein Können und ermöglichte Marco Pfeuti einen kurzen Gastauftritt. Beim Konzert in Langenthal waren aber vor allem die noch weniger bekannten Künstler dabei, mit denen er zusammengearbeitet hatte.

Hannes Rettenmund
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Gölä (Archiv)

Gölä (Archiv)

Keystone

Gölä hätte «no viel blöder ta», ging dann aber gleich «uf und dervo». Den grössten Teil des Konzerts im «Zelt» am Samstagabend auf dem Markthallenplatz bestritt Slädu aber ohne seinen alten Herrn, dafür aber mit mehreren weiteren Gastmusikern.

Von Marco Pfeuti und Zlatko Perica würde man wohl nicht erwarten, dass sie ein ganzes Zirkuszelt mit Zuschauern füllen. Treten die beiden Herren aber als Gölä und Slädu auf, dann gelingt ihnen dies problemlos. So jedenfalls geschehen im Zelt des Tourneetheaters auf dem Markthallenplatz in Langenthal.

Slädu dürften viele schon gehört haben, allerdings ohne sich das bewusst zu sein. Der als einer der besten Gitarristen der Schweiz geltende Musiker trat bis vor kurzem nur im Hintergrund auf, an der Seite von Gölä, später bei Florian Ast, DJ Bobo und schliesslich mit Bligg. Mit seinem im März dieses Jahres erschienenen Soloalbum wagte er sich nun in den Vordergrund. Die fünfzehn Titel nahm er abwechslungsweise mit anderen Künstlern auf, hauptsächlich Sängern. So ist auf der seit über drei Monaten in den Schweizer Charts stehende CD neben Slädus Gitarrensound auch Gölä, Marc Storace von Krokus, Philipp Fankhauser, Bligg und Carlos Leal zu hören.

Rockkonzert mit Pause

Beim Konzert in Langenthal waren aber vor allem die noch weniger bekannten Künstler dabei, mit denen er zusammengearbeitet hatte, was aber die Qualität des Dargebotenen überhaupt nicht beeinträchtigte. Klar erkennbar blieb immer Slädus Gitarrensound. Oft wechselte er die Gitarre, von einer runden «Les Paul» zu einer pfeilförmigen «Flying V» und wieder zurück. Sein Handwerk hat der in Bern aufgewachsene gebürtige Kroate übrigens in Los Angeles gelernt, wo er auch sein Album aufnahm. Beeindruckend waren zudem die kraftvollen Stimmen der jungen Sänger Gianni Pontillo und Marina Santelli.
Die Lokalität dürfte der Band etwas speziell erschienen sein: Obwohl auch Stehplätze erhältlich waren, hatte sich die Mehrheit des Publikums für die im «Zelt» üblichen Sitzplätze entschieden. Da sich die Zuschauer aber trotzdem für machen Songs erhoben, wähnte man sich fast in einer Predigt. Für Rockkonzerte auch etwas gewöhnungsbedürftig waren die zwanzig Minuten Pause, die beim «Zelt» üblich sind.
Nach der Pause und nach zwei weiteren Songs war dann der Moment, auf den viele gewartet hatten, endlich da: Slädu sprach in der Ankündigung vom Mundartmärchen damals 1998, was klar machte, wer nun kommen würde: Gölä. Als die Band loslegte kam dieser dann auch mit nacktem Oberkörper auf die Bühne und sang «Taking The Long Way Home», den Song den er mit Slädu auf dessen Album aufgenommen hatte.

«War es das schon?»

Viel Lust schien Gölä nicht zu haben. «Gölä auf Englisch ist halt nicht so toll, gell?» fragte er das Publikum sarkastisch und erhielt prompt auch einige zustimmende Rufe. Darauf stimmten Slädu und Band den Gölä-Hit «I hätt no viu blöder ta» an, worauf die Zuschauer in Jubel ausbrachen. Die Band und Gölä peitschten den Song im Eiltempo durch, was aber das Publikum am Rand
nicht vom Tanzen abhielt. Kaum war das Lied fertig, war Gölä weg. Nun machte sich einige Unsicherheit breit: «War es das schon?» raunten sich die Leute zu und setzten sich enttäuscht wieder. Gölä blieb weg und nach zwei weiteren Songs war dann auch das Konzert am Ende.

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